Jetzt kämpfen oder erholen und für den Herbst wappnen?

Rede von Annett auf der 23. Mittwochsdemo in Heidelberg

Am 8.6.2022 fand der bereits 23. Solidaritätsspaziergang für entlassene Mitarbeiter des Heidelberger St. Josefskrankenhauses und für alle Menschen statt, die in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen arbeiten und von der bereichsbezogenen Impfpflicht betroffen sind. Die Demonstration richtete sich gegen jegliche Diskriminierungen von Andersdenkenden, gegen die Angstpropaganda der Regierung und gegen den aktuellen Ausnahmezustand.

Hier spricht Annett zum aktuellen Lebensgefühl und zur Frage, ob es sich jetzt zu kämpfen lohnt oder man den Herbst abwarten sollte:

„Seit ein paar Wochen fühlt sich unser Leben viel normaler, fast schon wieder so ähnlich wie früher an.

Wir können wieder Restaurants besuchen, ins Schwimmbad, ins Kino oder Theater. Die Kinder tragen in der Schule keine Masken mehr, die meisten Tests sind weggefallen, auch maskentragende Menschen in Geschäften werden endlich weniger. Außer in Handschuhsheim, da gibt es tatsächlich noch Geschäfte mit Maskenpflicht. In den Krankenhäusern hier in der Umgebung ist wieder Besuch erlaubt und die Mitarbeiter wurden weitgehend von der FFP-2-Maskenpflicht erlöst.

Es stellt sich ein Gefühl ein, als hätten wir es überstanden. Schon fast surreal erscheinen die Regelungen, obwohl sie doch grad erst vorbei sind: 2G oder 3G in Geschäften, in Restaurants, Bahnfahren nur getestet, Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. Erlaubte Kontakte nur mit Personen aus einem anderen Haushalt, Abstandsregeln auf der Straße.

Das alles fühlt sich an wie aus einem Film und seit die Welt scheinbar andere Sorgen hat als Corona, hat man den Eindruck, nie im Leben kann uns sowas nochmal passieren.

In genau dieser Zeit, in der wir uns wieder recht wohl und normal und kaum eingeschränkt fühlen, ist unter anderem aber auch Folgendes passiert:

  • ein Weimarer Familienrichter, der im letzten Jahr ein Urteil gegen Maskenpflicht an Schulen gefällt hatte, wurde nun wegen Rechtsbeugung angeklagt.
  • einem Arzt, der im Widerstand tätig ist, wurde am frühen Morgen die Tür durch ein Sondereinsatzkommando aufgebrochen, alle Sachen durchwühlt, alle Technik, Laptops, Mobiltelefone etc. konfisziert.
  • einem Professor, der im Widerstand tätig ist und der sich durch eine Reihe von Veröffentlichungen und Forschungen im Laufe seiner gesamten Berufskarriere einen Namen gemacht hat, soll der Professorentitel aberkannt werden.
  • zahlreiche Menschen kämpfen immer noch mit Anzeigen / Strafverfahren / Geldbußen wegen illegaler Spaziergänge, Maskenverstöße, Abstandsverstöße, Ausgangssperrenverstöße und warten auf ihre Verhandlungen / Bescheide.
  • beim Fest der Demokratie auf dem Hambacher Schloß wurden Besucher schon auf dem Weg gestoppt und eingekesselt. Während zeitgleich auf dem Marktplatz in Neustadt große Worte über die Wichtigkeit der Demokratie geschwungen wurden, „Die Gedanken sind frei“ gesungen wurde, erhielten wir von der Besuchergruppe, die sich zuerst auf den Weg gemacht hat, diese Nachricht: eingekesselt nach 1h Wanderung, 12 Polizeibusse, man versuche nun auf Schleichwegen weiter, am Fest der Demokratie teilzunehmen. Oben angekommen: Eingang versperrt von zig Polizisten, angeblich ein überfülltes Schloß, während die wenigen, die es bis rein geschafft haben, von höchstens 150 Besuchern sprachen und die Luftaufnahmen diesen Eindruck bestätigten. Das Volk durfte erst dann zum Fest der Demokratie, als der Innenminister von Rheinland-Pfalz in seiner Limousine und mit Polizeischutz durch die weiße Menschenmenge vor dem Schloß gelotst wurde und die Veranstaltung bereits verlassen hatte. Gegen 16:30 Uhr, 18 Uhr endete das Fest und wir mußten das Schloß verlassen.

Während wir uns also normal und fast frei fühlen, passiert all das in Deutschland, mitten unter uns. Außerdem finden auch die ersten Gespräche zu den Regeln im Herbst statt: Man will nochmals Impfangebote extra an die leider immer noch vorhandenen Ungeimpften machen, eine 4. verpflichtende Impfung für alle ist bereits im Gespräch, ungeimpfte Mitarbeiter im Gesundheitswesen setzen sich bereits mit den Gesundheitsämtern, Bußgeld und Betretungsverbot auseinander, müssen sich nach wie vor anders testen als Geimpfte und sehen zum Teil ihre Existenz bedroht. AHA-Regeln sollen wieder vorbereitet, Maskenpflicht wieder eingeführt und schon wieder Gängelungen in der Schule geplant werden.

„Während wir uns also normal und fast frei fühlen, passiert all das in Deutschland, mitten unter uns. „

Annett, Initiative für Demokratie und Aufklärung, am 8.6.2022 in Heidelberg

Der Herbst wird schneller kommen, als man denkt. Alle Vorbereitungen gegen unsere Freiheit laufen auf Hochtouren. In der üblichen Salamitaktik wird uns jetzt ein bisschen Erholung gewährt, danach geht’s aber weiter. Wir brauchen nicht darauf hoffen, daß „Die“ das schon nicht nochmal mit uns machen werden und daß jetzt die harten Jahre doch überstanden seien und alles geschafft wäre.

Indem wir uns jetzt entspannen und darauf ausruhen, daß sich doch alles wieder ganz normal anfühlt, geben wir den Politikern und allen, die in dieses miese Spiel involviert sind, überhaupt erst die Gelegenheit, das Ganze nochmal durchzuziehen, uns wieder einzusperren, uns wieder sinnlose Regeln aufzuerlegen, schon wieder angeblich Immunisierte von angeblich nicht Immunisierten zu trennen und gegeneinander aufzuspielen.

Was wir tun müssen, ist uns vorzubereiten auf den Herbst. Und zwar jetzt. Nicht abzuwarten, bis es wieder soweit ist, sondern jetzt weiterzukämpfen, dranzubleiben und allen zu zeigen: nicht nochmal und nicht mit uns. Wir haben dazugelernt, wir wissen jetzt, wozu unsere Regierung, deren Helfershelfer, denunzierende Nachbarn, Chefs und Kollegen fähig sind. Wir machen diesmal von Anfang an nicht mit. Wir wehren uns. Wir haben die Zeit genutzt und uns vernetzt, uns untereinander kennengelernt, nicht nur auf Telegram, sondern persönlich. Wir stehen jetzt schneller und enger zusammen gegen die Vorstöße der Politiker, uns weiter unsere Freiheit zu beschneiden und stückchenweise zu nehmen.

„Was wir tun müssen, ist uns vorzubereiten auf den Herbst. Und zwar jetzt!“

Annett, Initiative für Demokratie und Aufklärung, am 8.6.2022 in Heidelberg

Natürlich ist das anstrengend, und die letzten fast 2 1⁄2 Jahre sind an keinem von uns spurlos vorübergegangen. Wir alle wollen einfach nur unser altes Leben zurück oder auch ein besseres Leben als das, das wir hatten, oder wieder unsere Ruhe und uns gern mal erholen. Keiner hat Lust, bei Wind und Wetter Woche für Woche oder mehrfach wöchentlich auf Demos, Spaziergänge, Versammlungen zu gehen. Viele von uns waren vor Corona noch nichtmal politische Leute. Wir sind es erst dadurch geworden, daß man uns unser Leben ungefragt weggenommen hat. Dass man unsere Kinder drangsaliert und ihnen ihre Zukunft nehmen will. Daß die Politiker und ihre Helfershelfer es geschafft haben, daß zum Beispiel meine Kinder mit Mitschülern keinen Kontakt haben sollen, da deren Eltern das nicht wünschen. Daß Besuche beim Kumpel zuhause nur möglich sein sollen, wenn vorher ein Test gemacht wurde. Daß bei der Hofpause ein anderer Pausenplatz aufgesucht werden mußte, weil man nach dem Biß ins Pausenbrot nicht sofort wieder seine Maske aufgesetzt und sich damit als nicht zuverlässig gezeigt hat. Das lassen wir nicht mehr zu!

Mittlerweile haben wir dazugelernt und erkannt, daß es nicht Corona ist, nicht die Impfung, nicht die Masken, um die es hier geht. Es geht offenbar vielmehr darum, uns dauerhaft unsere Freiheiten, wie wir sie kannten, zu nehmen. Indem wir immer kontrollierbarer werden. Indem wir immer mehr von außen einschränkbar werden. Kein Impfpass, kein Eintritt. Zu viel Gasverbrauch – mit den neuen Gaszählern drosselbar, ohne Zutritt zum Haus haben zu müssen. Zu wenig Sport gemacht, zu viel Gewicht, die Vorsorge nicht besucht? Kein Bonus von der Krankenversicherung. Telegram? Müsste man kontrollieren oder sperren. Ausländische Medien? Dürfen nicht alle in Deutschland senden. Von diesen Beispielen gibt es einige, ganz unabhängig von Corona. Das soll unsere Zukunft werden. Sozialpunkte. Kennen wir irgendwoher.

„Mittlerweile haben wir dazugelernt und erkannt, daß es nicht Corona ist, nicht die Impfung, nicht die Masken, um die es hier geht. Es geht offenbar vielmehr darum, uns dauerhaft unsere Freiheiten, wie wir sie kannten, zu nehmen!“

Annett, Initiative für Demokratie und Aufklärung, am 8.6.2022 in Heidelberg

Wir müssen weiter zusammenstehen gegen diese Entwicklung, wir müssen laut sein, wir müssen bemerkt werden. Jetzt, diesen Sommer, so häufig wie möglich, meiner Meinung nach auch so laut wie möglich und so penetrant wie möglich. Die Politiker, unsere Nachbarn, die Rektoren der Schulen, die Leitungen in den Krankenhäusern, sie alle müssen wissen, daß wir unsere Freiheiten vollumfänglich zurück haben wollen und keinen Millimeter zurückweichen werden. Daß wir uns nicht noch einmal einschränken lassen und nicht mehr bereit sind, sinnlosen Anordnungen Folge zu leisten oder heimlich dagegen vorzugehen und uns dabei sogar strafbar zu machen.

Wir haben für die heutige Demo dazu eingeladen, weiß gekleidet zu erscheinen. Das Hambacher Fest wurde von Widerständlern weiß gekleidet besucht und die Bilder waren beeindruckend. Natürlich hat die Presse das verdreht, aus mehreren Tausend weiß gekleideten Besuchern und gefühlt nicht vorhandenen anders gekleideten Besuchern wurden 800 weiß gekleidete Nazis, die ein Fest von 5000 „normalen“ Besuchern massiv gestört haben. Die den Umsatz der Speisen- und Getränkeanbieter zerstört haben. Auch an dieses Framing haben wir uns gewöhnt und eigentlich kann uns das sogar Mut machen: indem die Medien es für nötig befinden, die Realität auf diese Art und Weise zu verzerren und uns extra klein zu machen, zeigt uns das, daß wir bemerkt werden, daß sie Angst haben. Sonst müßten sie keine Geschichten erzählen. Wir haben für die heutige Einladung, in weißer Kleidung zu kommen, auch kritische Rückmeldungen erhalten. Nach diesem Framing nehme uns jeder als Nazi wahr, so könnten wir niemanden mehr überzeugen. Dazu möchten wir sagen; in weiß zu erscheinen, war nicht mehr als eine Einladung. Diese kann man annehmen oder auch nicht, geframed werden wir in jedem Fall, ganz egal, wie wir angezogen sind. Wir sind auch jetzt schon die blaubraune Welle, die Deppendemo, wir kriegen schon jetzt den Mittelfinger oder einen Vogel gezeigt, werden als Nazis, Idioten und Arschlöcher bezeichnet. Die Leute schütteln den Kopf und fragen sich, welche Freiheiten wir eigentlich vermissen. Dafür ist es egal, wie wir angezogen sind, das ändert daran nichts. In weiß zu erscheinen, kann aber auch ein Statement sein: wir sind die Unschuldigen. Wir stehen zusammen. Wir stimmen uns ab. Wir werden sichtbarer als eine Masse. Laut durch dieselbe Kleidung.

„…indem die Medien es für nötig befinden, die Realität auf diese Art und Weise zu verzerren und uns extra klein zu machen, zeigt uns das, daß wir bemerkt werden, daß sie Angst haben. Sonst müßten sie keine Geschichten erzählen. „

Annett, Initiative für Demokratie und Aufklärung, am 8.6.2022 in Heidelberg

Wenn es im Herbst nicht wieder von vorn losgehen soll, können wir uns meiner Ansicht nach jetzt leider keine Erholungspause gönnen, sondern müssen weiter durchhalten. Uns weiter organisieren. Weiter mobilisieren! Weiter laut sein!

Sonst haben wir verloren.“

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