Wortprotokoll der 18. Sitzung, Deutscher Bundestag, Ausschuss für Gesundheit

Berlin, den 21. März 2022, 10:00 Uhr; Tagesordnungspunkt: Impfpflicht

So ganz sicher scheint die Einführung einer Impfpflicht nicht zu sein. Hoffen wir mal das Beste.

https://www.bundestag.de/ausschuesse/a14_gesundheit/oeffentliche_anhoerungen/884650-884650
oder direkt *pdf

Auszug:

Abg. Dr. Georg Kippels (CDU/CSU): Vielen herzlichen Dank, Frau Vorsitzende. Meine Frage richtet sich wieder an den Einzelsachverständigen Herrn Professor Stöhr. Auch in den Staaten, in denen ein sehr hoher Anteil von Personen gegen das SARSCoV-2-Virus geimpft wurde, konnte in den letzten Monaten ein Anstieg der Inzidenzzahl und auch der Zahl der Verstorbenen beobachtet werden. Wie erklären Sie sich das, und was bedeutet das für die aktuelle Diskussion und Situation in Deutschland? Vielen Dank.

Die stellvertretende Vorsitzende: Danke. Herr Professor Stöhr, Sie haben das Wort.

ESV Prof. Dr. Klaus Stöhr: Danke für die Frage. Die Inzidenzen in den anderen Ländern steigen vergleichbar zu denen in Deutschland. Auf dem Weg zum Ende der Pandemie ist es normal, vor allen Dingen natürlich, wenn die Maßnahmen nachlassen, dass die Inzidenz an sich zunimmt. Dazu gibt es genügend Daten aus den vergangenen Pandemien. Am Ende der Pandemie steht die Infektion der weitaus meisten Menschen; das geht dann Richtung 90, 95, 100 Prozent. Und erst dann wird auch die Endemie beginnen. Diese Zunahme der Inzidenzen in den anderen Ländern hat in keinem der mit uns vergleichbaren Nachbarländer zu einer signifikanten Überlastung, insgesamt oder auch nur regional, des Gesundheitswesens geführt. Hierbei muss man sich vor Augen führen, dass es in unseren Nachbarländern weitaus weniger Krankenhausbetten pro Kopf der Bevölkerung gibt. Um die Größenordnung zu nennen: In der Schweiz oder auch in Schweden gibt es nur ein Viertel oder die Hälfte der Krankenhausbetten pro Kopf der Bevölkerung; natürlich wird dort auch viel mehr ambulant behandelt. Aber so viele Intensivbetten wie in Deutschland pro Kopf der Bevölkerung existieren in keinem anderen Land. Also gibt es in anderen Ländern sehr hohe Inzidenzen, höhere als in Deutschland, und ein weniger robustes, weniger breit aufgestelltes Gesundheitswesen, und trotzdem scheint man dort mit der Lage gut zurechtzukommen. Es kommt dort offensichtlich zu keiner Überlastung des Gesundheitswesens. Wenn man sich vor Augen hält, was das Ziel der Pandemiebekämpfung ist und ich denke mir, dass die Impfpflicht dem auch dienen sollte -, dann kann es aus meinem Blickwinkel nur die Verhinderung der Überlastung des Gesundheitswesens sein; denn die medizinischen, gesundheitlichen Auswirkungen einer SARS-CoV-2-Infektion für den Einzelnen lassen sich gegenwärtig, auch mit Zunahme der natürlichen Immunität, mit denen anderer Atemwegserkrankungen vergleichen. Wenn man jetzt tatsächlich als Ziel der Impfpflicht sieht, Infektionen zu verhindern, dann müsste man auch die Impfpflicht bei der Influenza diskutieren oder sehr schnell viel Geld zum Beispiel in die Bekämpfung der RSV-Infektion investieren, die die Kinder betrifft, mit der mehr Kinder auf der Intensivstation und in den Krankenhäusern liegen als mit einer Coronainfektion. Hier müsste man auch verhältnismäßig vorgehen und dann jede Infektion verhindern. Aber das ist meines Erachtens vorbei, weil man das Virus, sobald es zirkuliert, letztendlich mit keiner Maßnahme mehr einfangen kann. Alle werden sich leider infizieren; das ist bei diesem Naturereignis so. Man kann dieses Ziel, Infektionen zu verhindern, sicherlich erreichen. Dann müsste man aber wieder einen Lockdown machen, dann müsste man alle durchimpfen. Ob das verhältnismäßig ist, wage ich zu bezweifeln. Es wird auch weiterhin Todesfälle geben. Deren Zahl hat in den anderen Ländern ungefähr die gleiche Größenordnung erreicht wie in Deutschland. Denn keine der Maßnahmen, die in anderen Ländern oder in Deutschland verwendet werden, wirkt zu 100 Prozent, weder die Impfstoffe noch die Medikamente; weder eine Intensivstation noch ein Krankenhaus können 100 Prozent der Todesfälle verhindern. Es wird also weiterhin, wie bei anderen Atemwegserkrankungen auch, Todesfälle geben. Die lassen sich jetzt noch ein Stückchen nach hinten verschieben, wenn man die Infektionen weiter verhindert. Oder man kann sie auch relativ zügig gestatten, so wie das die anderen Länder machen. Wer ein bisschen über die Grenzen hinausschaut, der sieht: Es ist ein Alleinstellungsmerkmal Deutschlands, dass man immer noch glaubt, jede Infektion verhindern zu können. Das wäre ideal; das würden sich alle erhoffen. Aber das ist leider nicht die Realität.

Veröffentlicht von Huxley

Handwerker, Spaziergänger, Demonstrant, Aktivist "Wir wanken und wir weichen nicht"! Unser Leben vom Kopf wieder auf die Beine zu stellen, dass ist unser Ziel!

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