Affenpocken

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2022

In der aktuellen Situation (Mai 2022) überschlagen sich die Medien mit FAQs zu dieser vermeintlich neuen Erkrankung. Hier eine kurze, quellenbasierte Übersicht (work in progress).

Erreger und Vorkommen
  • Affenpockenvirus; doppelsträngiges DNA-Virus; eng verwandt mit dem Pockenvirus; es gibt zwei Virusstämme
    • Kongo-Stamm – ansteckender, schwerere Verläufe, höhere Sterblichkeit (bis 10%)
    • Westafrikanischer Stamm – weniger ansteckend, mildere Verläufe, geringere Sterblichkeit (bis 1%)
  • „Zoonose“, also (auch) von Tieren auf den Menschen übertragene Erkrankung; Haupterregerreservoir im Tierreich bis heute unbekannt, u.a. Präriehunde, Eichhörnchen etc.
  • 1958 erstmals bei erkrankten Affen beobachtet (daher der Name)
Vorkommen
  • 1970 wurde erstmals ein Ausbruch bei Menschen beobachtet, im Kongo im Rahmen einer intensivierten Pocken-Impfkampagne
  • Seitdem gab es immer wieder Ausbrüche in zentral- oder westafrikanischen Staaten. Einzelfälle und kleinere Ausbrüche (Familien) traten auch außerhalb Afrikas auf, in der Regel nach Reisen oder durch importierte Tiere.
  • Die Gesamtzahl der Fälle hat sich innerhalb der letzten Jahre vervielfacht: „The number of cases has increased at a minimum of 10-fold and median age at presentation has evolved from young children (4 years old) in the 1970s to young adults (21 years old) in 2010–2019. This may be related to the cessation of smallpox vaccinations, which provided some cross-protection against monkeypox. The case fatality rate for the Central African clade was 10.6% versus 3.6% for the West African clade. Overall, monkeypox is gradually evolving to become of global relevance.“ [Die Zahl der Fälle hat sich mindestens verzehnfacht, und das mittlere Erkrankungsalter hat sich von Kleinkindern (4 Jahre) in den 1970er Jahren zu jungen Erwachsenen (21 Jahre) in den Jahren 2010-2019 entwickelt. Dies könnte mit der Einstellung der Pockenimpfungen zusammenhängen, die einen gewissen Kreuzschutz gegen Affenpocken boten. Die Sterblichkeitsrate für den Kongo-Stamm betrug 10,6 % gegenüber 3,6 % für den westafrikanischen Stamm. Insgesamt entwickeln sich die Affenpocken allmählich zu einer Krankheit von globaler Bedeutung.] (Bunge 2022)
  • Bis 2020 gehörten alle außerafrikanischen Fälle/Ausbrüche dem „westafrikanischen Stamm“ an (Simpson 2020, Falendysz 2015).

mehr dazu:

2 Kommentare zu „Affenpocken

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