The way out – Der Weg aus der Hölle

Die Welt scheint verrückt geworden zu sein. Die Konflikte nehmen zu, immer mehr und immer heftiger. Absurde Politik, Hass, Spaltung, Kriege, Hauen und Stechen allerorten. Chaos, Unberechenbarkeit, Ängste, die Nerven liegen zunehmend blank, die Kräfte schwinden. Im Kleinen wie im Großen. Wohin man schaut, nur noch Wahnsinn. Man möchte schreiend davonlaufen. Geht aber nicht.

Doch was tun?

Wenn wir diesen Wahnsinn nicht wollen, dann müssen wir unsere noch vorhandenen Kräfte mobilisieren und uns für Ruhe, Miteinander, Verständnis usw. einsetzen. So schwer uns das auch fallen mag. Wir müssen aktiv werden, auf andere zugehen, anderen Angebote machen, sie einladen. Wir müssen bereit sein, auf andere Rücksicht zu nehmen, deren Existenz und Bedürfnisse zu respektieren und mit ihnen gemeinsam Wege zu suchen, wie wir miteinander wieder Ruhe und Ordnung erreichen können. Wir werden ausloten müssen, wie unsere gemeinsame Basis für ein zusammenleben ausgestaltet sein kann. Es wird nicht ohne Kompromisse gehen. Und es wird nicht einfach werden. Und es muss in der realen Welt geschehen, nicht im Internet, nicht in Social Media. Digitale Medien können Hilfsmittel sein, die eigentliche Arbeit muss in der realen Welt von Angesicht zu Angesicht erfolgen!

Das ist schwer. Es kostet Kraft und Überwindung. Insbesondere dann, wenn die Kräfte dahinschwinden und die Hoffnung gering erscheint. Doch haben wir eine andere Wahl? Etwas wird nur Bestand haben, wenn es gemeinsam errichtet und gemeinsam bewahrt wird. Daher bleibt uns nichts anderes übrig als anzufangen, uns selbst zu hinterfragen, in uns selbst aufzuräumen, Klarheit zu schaffen und dann mit anderen ins Gespräch zu treten, Gräben zuzuschütten, Brücken zu bauen. Feinde, die sich eben noch bis auf das Messer bekriegt haben, müssen sich wieder vertragen. Wir werden manches verzeihen müssen, auch wenn es schwer fällt. Und Menschen, die Schuld auf sich geladen haben, werden sich dieser Schuld stellen und die Konsequenzen bis hin zu Strafen dafür annehmen müssen. Im Kleinen wie im Großen. Wenn wir zu all dem nicht bereit sind, dann kann es keinen Frieden, keine Ruhe mehr geben. Dann werden die Konflikte weitergehen und sich immer weiter verschärfen. Denn jeder Konflikt schlägt Wunden. Und jeder einzelne Schlag provoziert einen Gegenschlag, der für gewöhnlich heftiger ausfällt. Der Konflikt eskaliert. Bis zum finale furioso. Oder es kommt zu sogenannten präventiven Erst- oder Enthauptungsschlägen. Wenn diese Methode der präventiven Erstschläge Schule macht, dann wird es in eine wilde Orgie von Erstschlägen entarten, denn irgendwann werden alle nur noch Angst haben, jemandem anderen auf den Schlips getreten zu sein und mit einem Erstschlag rechnen, dem man logikgetreu selbstverständlich mit einem eigenen Erstschlag gegen den anderen zuvor kommen muss. Wann werden wir uns in der U-Bahn zur Begrüßung einen präventiven Erstschlag verabreichen? Weil wir uns bedroht fühlen? Anstatt ein freundliches „Hallo“? Gewalt einschließlich präventive Gewalt führt in eine unsägliche Spirale des Untergangs, die umgehend gestoppt werden sollte.

Es liegt an uns. Wenn wir aus der Konflikt- und Chaosspirale herauskommen wollen, dann müssen wir zuerst laut und vernehmbar „Halt! Stopp!“ rufen, die Kämpfe anhalten. Dann können wir ausloten, wie die Wunden der Vergangenheit geheilt und wie es in Zukunft weiter gehen kann.

Es liegt an uns. Es wird viel Arbeit. Sind wir bereit, diese zu tun? Suchen wir diejenigen, die wie wir die Nase voll haben von Krieg, Konflikten, Erpressung, Korruption, Unterdrückung, Krisen und all dem anderen Wahnsinn und eine freundliche Gesellschaft errichten möchten? Beginnen wir, diese gemeinsam aufzubauen? In kleinsten Schritten? Machen wir immer wieder allen anderen Angebote? Laden wir sie ein, mitzumachen? Sind wir bereit, anderen Freiräume einzugestehen? Können wir akzeptieren, dass der Nachbar in manchen Dingen anders denkt als wir? Können wir akzeptieren, dass es anderswo auf der Welt anders als bei uns zugeht und wir trotzdem in Frieden mit- oder zumindest nebeneinander leben können? Lassen wir den anderen ausreichend Raum und Ressourcen für deren Leben?

Natürlich sind die Einwände berechtigt: „Und was ist, wenn der andere nicht mitmacht und mich bedroht, mir die Luft zum Atmen nimmt?“ Dann stellen sich die Fragen: Haben wir eventuell etwas zur Haltung des anderen beigetragen? Tragen wir eine Mitschuld? Haben wir ausreichend Angebote gemacht? Ist unsere Weste wirklich reinweiß?

Natürlich werden wir keinen Frieden finden, wenn eine Seite partout nicht mitspielen will und alle Angebote ausschlägt. Dann wird es an dieser Stelle weiterhin Konflikte bis hin zu Krieg geben. Und uns bleibt nichts anderes übrig, als weiter nach Mittel und Wegen zu suchen, diese Konflikte zu befrieden und gemeinsame Lösungen zu finden. Und während dessen versuchen wir an anderen Stellen Konflikte zu befrieden und Frieden auszubauen, dort wo es möglich ist. Denn was ist die Alternative? Wenn in einem Konflikt niemand den ersten Schritt zur Beendigung macht, wird er ewig andauern. Und er wird mit der Vernichtung einer der Beteiligten oder dem gemeinsamen Untergang enden. Ergo bleibt uns gar nichts anderes übrig, als immer und immer wieder Versuche zur Konfliktbeendigung zu unternehmen derart, dass beide Seiten damit leben können. Andernfalls werden wir das Risiko des eigenen Untergangs niemals los werden und fortwährend im Konflikt leben.

Es liegt an uns. Wir entscheiden jeden Tag, ob wir die (manchmal sehr einfachen aber oft sehr leidvollen) Wege der Konflikte und der Kriege mitgehen, oder ob wir denen, die uns dort hin geführt haben und weiter führen wollen, das Vertrauen und den Auftrag entziehen und selbst Verantwortung übernehmen, uns einmischen in die Gestaltung des Hier und Jetzt und der Zukunft.

Eines ist klar: Wenn wir uns nicht einbringen, dann werden es andere tun. So wie bisher. Und deren Wege führten uns dahin, wo wir jetzt stehen. Folglich müssen wir etwas ändern. Jeder für sich. Verantwortung übernehmen. Sich einbringen. Mitgestalten. In seinem kleinen Wirkungskreis. Und darauf vertrauen, dass es „Kreise zieht“ und wirksam wird. Niemand kann alleine die Welt so wie sie ist verändern. Jeder weiß das. Und viele zusammen können alles erreichen. Auch das weiß jeder.

Es liegt an uns. Bringen wir uns ein, werben wir für unsere Ideen, setzen wir kleine Projekte um. Wenn es die richtigen Ideen zur richtigen Zeit sind, werden sich immer mehr Menschen anschließen und die Projekte können größer werden und irgendwann wird unser Traum wahr! Und mit jedem Mitstreiter, den wir finden oder gewinnen, sehen wir: „Wir sind nicht allein, wir sind viele!“ Wir tanken neue Energie, neuen Mut, neue Hoffnung und der Weg wird leichter und leichter! Wichtig: Nur wenn wir es mit dem größtmöglichen Konsens, mit der wirklich absolut freiwilligen Mitwirkung und Akzeptanz der größtmöglichen Zahl der Mitmenschen erreichen, dann besteht die Chance, die Konflikte zu beenden. Im Großen wie im Kleinen.

Es liegt an uns. Wenn wir es nicht versuchen, wer dann?

Es liegt an uns. Bringen wir uns ein! Begeben wir uns auf den Weg der Veränderung, der aktiven Gestaltung! Jetzt! Egal, wie schwer es uns fällt. Aller Anfang ist schwer, doch mit vielen anderen Menschen zusammen wird die Energie zurückkommen und eine Eigendynamik entstehen.

Beispiel: Wenn in einem Ort mit 15.000 Einwohnern fünf Menschen für Frieden demonstrieren, dann wirkt das karg, fällt wenig auf, wird garantiert von Politikern belächelt und ignoriert. Wenn in diesem Ort jedoch 150 Menschen, das wären nur 1 %, für Frieden demonstrieren würden, dann wären diese schon unübersehbar! An diesem Signal könnte die Lokalpolitik schon nicht mehr so einfach vorbeigehen. Doch dafür bräuchte es zuerst den sechsten, siebten, achten bis zum 150. Menschen, der bereit ist, sich anzuschließen und mitzugestalten. Wenn dort 750 Menschen für Frieden demonstrieren würden, dann wären das 5 %. So viel, wie eine Partei benötigt, um die 5-%-Hürde zu überspringen. Wenn ein Lokalpolitiker das ignorieren würde, dann könnte er durchaus realistisch ernsthafte Konsequenzen bei der nächsten Wahl befürchten. Er wird das Anliegen damit ernst nehmen müssen und in seiner Partei auf die Tagesordnung bringen. Und wenn das in einem Ort geht, dann kann es auch in anderen Orten gehen. Und wenn es genug Orte sind, dann wird es sich auf die Politik verändernd auswirken. Garantiert! Doch bis dahin müssen ausreichend viele Menschen für sich beschließen, dass ihnen Frieden wichtig ist und sie beginnen, sich dafür aktiv einzusetzen. In der realen Welt. Von Angesicht zu Angesicht! So werden dann aus ein paar vermeintlich „lächerlichen Hanseln“, die sich hin und wieder für ein paar Stunden an die Straße stellen, mit der Zeit immer mehr Menschen und die Sache nimmt Gestalt an. Wäre es uns das wert?

Das Thema „Frieden“ und die Methode „Demonstration“ sind nur Beispiele für das, was möglich wäre. Es gilt für alle Themen und Wege. Jemand macht den Anfang, andere schließen sich an. Neue Ideen und Pläne können entwickelt und umgesetzt werden. Und wenn genügend Menschen beteiligt sind, dann wird sich etwas ändern. Sonst nicht.

Es liegt an uns. Machen wir einen Anfang? Schließen wir uns an? Bringen wir uns ein?

Es liegt an uns. Nur an uns.

Bild: ki-bild-erstellen.de mit Bildbeschreibung von qtfix0017

Posted in , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar