
Wir leben unzweifelhaft in herausfordernden Zeiten. Vielfach fällt es uns schwer, Hoffnung und Zuversicht zu bewahren. Heute durfte ich einen dieser immer wieder auftretenden Momente von Hoffnung und Zuversicht erleben – und ich bin dankbar dafür.
Das Titelbild und das unten verlinkte Video zeigen eine Situation, in der ein Abfluss verstopft zu sein scheint und zusätzlich das Regenrinnenrohr defekt ist. Das Regenwasser tritt in hohem Bogen aus dem Rohr aus.
Vielleicht fragen Sie sich, warum ich das in einem Artikel mit der Überschrift „Hoffnung und Zuversicht“ schreibe. Wir sehen doch nur ein weiteres Zeichen des Zerfalls unseres Landes. Abfluss verstopft, dazu noch Rohr kaputt. Ja, das kann man so sehen. Doch nicht ich. Nicht heute.
Heute ist ein angenehmer Sommermorgen am Tag der Sommersonnenwende. Am längsten Tag des Jahres darf ich einen lauen, wohligen, leichten Sommerregen erleben, der zärtlich meine Kleidung, meine Haut umspielt. Ein schönes Gefühl. Ich entdecke diesen wunderschönen Wasserbogen, der in der morgentlichen Sonntagsruhe leise plätschernd aus dem Rohr austritt, auf die Steine niederfällt und im Gras verschwindet. Vögel zwitschern. Ein Foto, ein kurzes Video, dann genieße ich diesen idyllischen Moment. Einfach schön.
Und was hat das mit Hoffnung und Zuversicht zu tun?
Es ist die Symbolik, die in diesem Bild steckt. Der Weg des Wassers ist versperrt, es kann nicht wie geplant nach unten in die Kanalisation abfließen. In die Dunkelheit, dort wo es oft sehr ungemütlich riecht und aussieht, wo normalerweise keiner gerne freiwillig ist.
Doch das Schicksal eröffnet dem Wasser neue Wege. Irgendein Ungeschick hat dieses Loch im Rohr erzeugt und dem Wasser ermöglicht, hier neue Wege zu erkunden. Und das Wasser nimmt diese Chance wahr, in fast freudvoller Fontäne bricht es aus dem Gefängnis aus in die Freiheit und sucht neue Ufer über den Weg, die Bepflanzung in der Umgebung. Dazu die Pflanzen, die sich unbeeindruckt zwischen den Steinen ihren Weg ans Tageslicht bahnen. Das Wasser und die Pflanzen lassen sich nicht durch Rohre und nicht durch Beton aufhalten, sie finden ihren Weg! Und dazu Vogelzwitschern im Hintergrund.
Ist das nicht Hoffnung und Zuversicht gebend in Reinform?
Wir leben in einer schweren Zeit, in der wir unsere gewünschten und erhofften Wege immer mehr versperrt sehen, uns bedroht und gefangen sehen in einem System, aus dem es scheinbar keinen Ausweg gibt, das uns mehr und mehr erdrückt. Doch dieses System ist nicht perfekt. Es zerfällt vor unseren Augen. Es bekommt Lecks! Und das ist genau die Hoffnung und die Zuversicht, die wir haben können. Es gibt diese Lecks und irgendwann werden wir sie finden und hinaustreten können in eine bessere Umgebung. Hinaus aus einem zerfallenden System, aus der „stinkenden Kanalisation“ in der wir uns befinden, hinein in schöne, neue Umgebungen! Alles, was wir dazu benötigen, ist Dreierlei:
- Der Glaube daran, die Hoffnung und die Zuversicht darauf, dass uns das Schicksal irgendwann ein Leck präsentieren wird, welches wir nutzen können.
- Den Willen, mit offenen Augen und Ohren und all unseren Sinnen immer weiter danach zu suchen.
- Den Mut, immer wieder neue Wege zu probieren solange, bis wir DAS Leck gefunden haben und die Kanalisation verlassen können. In eine neue, viel schönere Umgebung.
Und auf diesem Weg können wir uns an solchen kleinen, idyllischen Momenten erbauen und neue Kraft tanken.
Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Sonntag und wachsende Zuversicht.
Nachtrag (21.6.26 11:25): Es gibt im Moment leider ein technisches Problem mit dem Video. Ich hoffe, ich kann eine Lösung finden :-(
Nachtrag (21.6.26 11:29): Scheint jetzt zu gehen :-)
Bild, Video: qtfix0017
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