Lasst uns gemeinsam das Manifest lesen!
Rede am 9. Mai anläßlich des European Peace Projects

Vor ein paar Jahren fand in Rimbach eine Demonstration für Frieden statt, auf einem Schild stand „Unsere Angst ist ihre Waffe“. – Seither habe ich oft daran gedacht.

Der Krieg gegen das eigene Volk wird bereits geführt durch den gezielten Aufbau von Feindbildern und Propaganda – es handelt sich um einen „Krieg im Kopf“.

Viele lassen sich bereits davon anstecken, aber ich warne vor Vereinfachungen:

„Der Putin“, „der Trump“, „der Merz“, denn damit geben wir genau jenen noch mehr Macht als sie bereits haben.

Viel wichtiger scheint mir, die Perspektiven zurechtzurücken.

Der Industriearbeiter in den USA, der Bauer in Russland, der Handwerker im europäischen Nachbarland stehen uns eindeutig näher als unsere Großkonzerne (allem voran die Rüstungsindustrie!), unsere Banken und vor allem auch unsere eigene Regierung!

Redebeitrag und Manifestverlesung anläßlich des European Peace Projects am 9. Mai 2026 in Rimbach

Ich begrüße alle, die heute den Weg hierher gefunden haben, um mit uns gemeinsam das Manifest des European Peace Project zu lesen. Veranstaltungen wie diese finden heute in ganz Europa statt, um ein Zeichen zu setzen, alle am selben Tag, um dieselbe Uhrzeit, jeder in seiner Sprache.

Der Text des Manifests steht schon länger fest und wurde überholt von der politischen Situation, dass Trump völkerrechtswidrig den Iran angegriffen hat.

Inzwischen gibt es in Europa einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass sich langsam etwas tut: Spanien und Italien haben Mut gezeigt, den Angriff verurteilt bzw. die Überflugrechte für amerikanische Kriegsflugzeuge zum Iran zurückgezogen.

Ich hoffe, dass diesem ersten Schritt weitere folgen werden.

Nach der Verlesung des Manifests wird für die Teilnehmer noch Gelegenheit sein, sich kurz bei einem Umtrunk auszutauschen.

Lasst uns nun jedoch das Manifest gemeinsam lesen:

European Peace Project 2026

Manifest 9. Mai

Quelle: https://europeanpeaceproject.eu/project-2026/manifest-26-05-09-deutsch/

Heute, am 9. Mai 2026 – mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa, der 60 Millionen Menschen das Leben kostete, darunter 27 Millionen Sowjetbürgern, erheben wir, die Bürgerinnen und Bürger Europas, erneut unsere Stimmen!

Wir verfolgen mit Sorge, dass die meisten europäischen Regierungen und die EU seit unserer Ausrufung im letzten Jahr den Weg der Diplomatie mit Russland zur Beendigung des NATO-Stellvertreterkrieges in der Ukraine immer noch nicht einschlagen wollen.

Wir sind entsetzt, dass ein Krieg, der militärisch längst entschieden ist und der schon zu vielen Menschen auf beiden Seiten der Front das Leben gekostet hat, weiter verlängert wird, in dem wahnwitzigen Versuch, Russland zu „ruinieren“ oder Zeit für den augenblicklichen Poker um die Neuaufteilung der Welt zu schinden.

Wir betrauern die größer werdenden Soldatengräber dieses sinnlosen Krieges, der Europa heute zerfurcht und erinnern laut:

Europa muss einstehen für: Nie wieder Krieg!

Mit Fassungslosigkeit haben wir verfolgt, dass die EU, die sich stets ihrer Rechtsstaatlichkeit rühmt, ernsthaft die völkerrechtswidrige Konfiszierung russischer Vermögen in Europa erwogen hat. Wir sind alarmiert, dass die EU inzwischen unbescholtenen Bürgern, kritischen Buchautoren und Journalisten die Bürgerrechte entzieht, auf extra-legale Sanktionslisten setzt und damit Rechtsstaat und Meinungsfreiheit in Europa auf unerträgliche Weise schädigt!

Wir sind irritiert, dass der gesamte EU-Beamtenapparat, in Verbindung mit den EU-Mitgliedsstaaten es bisher nicht geschafft hat, der neuen US-Sicherheitsstrategie eine geeinte, tragfähige und zukunftsweisende europäische Antwort entgegenzusetzen.

Wir sind erschüttert, dass gerade die deutsche Regierung völlig geschichtsvergessen davon prahlt die stärkste Armee in Europa aufbauen zu wollen in ihrer neusten „Militärstrategie“ und dabei ist die deutsche Wirtschaft in eine Kriegswirtschaft zu überführen. Wir sagen weiterhin „Schwerter zu Pflugscharen statt Autos und Straßenbahnen zu Panzern und Raketen!“

Wir lehnen auch entschieden ab, dass Großbritannien, Deutschland, Italien, und Polen etc. als ukrainische Waffenproduktionsstätten genutzt und unsere Steuergelder in die Kassen der Rüstungsindustrie gespült werden. Wir wollen die europäische Emanzipation von den USA aber nicht als Kriegs- sondern als Friedensmacht!

Schluss mit der Unterwürfigkeit der EU, sowie der europäischen Regierungen gegenüber den USA, welche internationales Recht in Venezuela oder Iran mit Füßen tritt und Europa verhöhnt. Die sogenannte westliche Weltordnung ist an ihren eigenen Doppelstandards zerbrochen. Wir brauchen ein neutrales, von den USA emanzipiertes Europa, das seine ureigenen Interessen formuliert und eine vermittelnde Rolle in einer multipolaren Welt einnimmt. Gemeinsam mit den BRICS-Staaten muss Europa das Völkerrecht und die UN-Charta stärken und eine Brücke zwischen Ost und West bilden!

Wir, die Bürger Europas, nehmen darum unsere Geschicke und unsere Geschichte selbst in die Hand. Wir haben mit portugiesischen Freunden eine European Citzens Confernce for Peace ins Leben gerufen.

Wir treten für eine neue Europäische Sicherheitsarchitektur mit Russland ein. Wir strecken den Bürgerinnen und Bürgern der Ukraine und Russlands die Hand aus. Ihr gehört zur europäischen Familie!

Wir, die Bürger Europas, erklären hiermit: Wir sind nicht im Krieg, weder mit Russland noch mit irgendjemandem sonst!

Wir machen bei den zunehmend absurden Kriegsspielen nicht mit und wir werden jeden Tag mehr! Wir machen aus unseren Männern und Söhnen keine Soldaten, aus unseren Töchtern keine Schwestern im Lazarett und aus unseren Ländern keine Schlachtfelder.

Wir werden nicht zusehen, wie unsere Zukunft und die unserer Kinder auf dem Altar der Machtpolitik geopfert werden und das schöne Europa sich selbst stranguliert!

Es lebe Europa, es lebe der Friede, es lebe die Freiheit

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