Deutschlands Deindustrialisierung nimmt Fahrt auf

VonPed

Jan 9, 2023 Deindustrialisierung, WEF, Wirtschaft

„Globale Gesundheit“, „Klimarettung“ und auf Krieg gebürstete „Solidarität mit der Ukraine“ …


… das alles sind Kampfbegriffe mit welchen man die Menschen in Desorientierung, Sedierung oder sinnlosen, ja selbstschädigenden Aktionismus zu treiben sucht. Nur im Schatten solcher Narrative können wahnhafte, transhumanistische „Gestalter“ und skrupellose Geschäftemacher ihre destruktiven Ziele überhaupt angehen. Dabei zeigt uns die Realität — so wir uns vor ihr nicht krampfhaft verschließen — unbarmherzig auf, was unter anderem in Deutschland Tag für Tag kontinuierlich voranschreitet: Deindustrialisierung.


George Walker Bush, zu jener Zeit Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, weilte gerade in einer Plauderstunde vor einer Schulklasse, als ihm die Nachricht von den uns als „9/11“ bekannten Vorgängen eingeflüstert wurde. Überraschung? Schock? Entsetzen? Fehlanzeige. Seelenruhig, wie einer der Bescheid weiss, brachte er seine Schulvisite zu Ende (1, 2). Später offenbarte er uns: „Die Welt wird eine andere sein.“

Ja es gibt sie, die Momente, wo sogar Politiker die Wahrheit sagen. Diese andere Welt wird uns heute eindrücklich vor Augen geführt, von Afghanistan bis zur Ukraine: Lügen, Betrug, Völkermord, Plünderung, Schändung, moderne Sklaverei, dem dummen Volk verkauft mit dem Anstrich selbsternannter Heiliger, Demokratiebringern, „Philanthropen“ und Nobelpreisträgern.

Uns werden ununterbrochen Nebelkerzen in Form von AIDS, Schweinegrippe, Vogelgrippe, Covid-19, Affenpocken, Erderwärmung usw. vor die Füße geworfen. Gleichzeitig ist es gelungen, praktisch der gesamten Weltbevölkerung einen Sklaventreiber sprich Smartphone zu verpassen. Die Ziele sind bekannt: Ablenken und Angstmache. Abgelenkte und verängstigte Leute sind einfach zu steuern, zu manipulieren und zu kontrollieren.

Schalten wir doch mal den Ventilator ein, der diesen Nebel wegbläst und riskieren einen Blick in Gegenwart und Zukunft. Beschäftigen wir uns mit unseren ureigensten Problemen, dem Müll in und vor unserer eigenen Hütte. Ein Bericht von „Node of time“ auf Telegram (3) zeigt, was wirklich abgeht in Deutschland und dem im gleichen Boot sitzenden, gesamten Europa. Im gleichen Boot, weil große Teile der Industrie in Europa als Zulieferer und Kunden mindestens teilweise abhängig sind von den Zuständen in Deutschland. Ein Blick in die Gegenwart und Ausblick in eine Zukunft, die keine mehr ist. Ich (a1) habe mir erlaubt, den Bericht etwas zu überarbeiten:

Die Deindustrialisierung Deutschlands in Zahlen

Zum Verständnis der von Berlin und Brüssel verordneten Massnahmen gilt unsere Aufmerksamkeit deren Auswirkungen. Der verordnete und gut organisierte Energiemangel trifft jene Unternehmen mit hohem Energiebedarf am härtesten. Vorab ein Blick auf die deutsche Industrie mit deren Anzahl Beschäftigter und Jahresumsätzen:

BrancheBeschäftigteUmsatz (Mrd. Euro)
Maschinenbau1.021.800245
Kraftwagen und Kraftwagenteil799.600413
Elektr. Ausrüst., DV-Geräte, elektron. u. optische Erzeugnisse732.100193
Metallerzeugnisse664.400123
Nahrung und Futtermittel577.300165
Gummi- und Kunststoffwaren389.30085
Chemische Erzeugnisse351.900172
Metallerzeugung und -bearbeitung236.400120
Glas, Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden194.50046
Sonstiger Fahrzeugbau141.00047
Papier, Pappe und deren Erzeugnisse128.70042
Pharmazeutische Erzeugnisse121.20055
Möbel97.10020
Holz-, Flecht-, Korb- und Kork-Waren in 1.185 Betrieben90.80027
Druckerzeugnisse, Vervielfältigung von Ton-, Bild- und Daten-Trägern82.10012
Getränke61.50021
Textilien59.30012
Bekleidung24.9006
Kokerei und Mineralölverarbeitung18.10090
Leder, Lederwaren und Schuhe12.5003

Die Industriebranchen in der BRD mit dem höchsten Energieverbrauch sind:

  • Chemische Erzeugnisse mit 351.900 Beschäftigten (auf Platz 7 der Anzahl Beschäftigter in Deutschland ) und einem Jahresumsatz von 172 Milliarden Euro.
  • Metallerzeugung und -bearbeitung mit 236.400 Beschäftigten und 120 Milliarden Euro Umsatz.
  • Kokerei und Mineralölverarbeitung mit dem dritthöchsten Energiebedarf und 18.100 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 90 Milliarden Euro.

Das sind 606.400 Beschäftigte mit einem Jahresumsatz von 382 Milliarden Euro.

Die fünf Branchen mit dem höchsten Energieverbrauch stellen zusammen etwa 81 Prozent des gesamten Energiebedarfs der deutschen Industrie und 65 Prozent davon fallen auf die ersten drei Branchen. Diese fünf energieintensivsten Branchen stehen für insgesamt 929.600 Beschäftigte, die 470 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften. Somit erwirtschaften 16 Prozent der Beschäftigten 24,7 Prozent des Umsatzes der gesamten Industrie. Auch hier entfallen auf die ersten drei Branchen 20,1 Prozent des gesamten Umsatzes der Industrie, wobei diese wiederum von nur 10,4 Prozent der Beschäftigten der gesamten Industrie erwirtschaftet werden. Rechnet man es auf die Anzahl der Unternehmen, so sprechen die Zahlen eine noch deutlichere Sprache: Es sind nur 6,7 Prozent aller Industrieunternehmen, die eben 20,1 Prozent Umsatz der gesamten Industrie erwirtschaften.

Im Klartext: Die energieintensivsten Branchen in der BRD gehören zu den wertvollsten Branchen der deutschen Industrie, was die Beschäftigungszahlen und die Umsatzzahlen betrifft. Machen wir uns nun ein Bild über den Zustand der wichtigsten Industriezweige.

CHEMIE

Trotz Lockdowns hat die Industrie in Deutschland überlebt, wenn auch deren Abwanderung beziehungsweise Zerstörung mit der Corona-Pandemie [die eine PLandemie war und ist] ihren Anfang nahm. Die Chemieindustrie ist die energieintensivste und von den energieintensiven Industriezweigen eben jene mit dem grössten Umsatz. Die Chemie- und Pharma-Industrie ist für 10,5 Prozent des gesamten Stromverbrauchs der BRD verantwortlich, nämlich 51TWh. 

Wichtigster Energieträger in der Chemie- und Pharma-Industrie ist das Erdgas. Der Anteil der Chemie- und Pharma-Industrie der BRD am gesamten Energieverbrauch der Deutschen Industrie beträgt rund 20 Prozent. Und am Erdgas-Energie-Verbrauch der Deutschen-Industrie beträgt er sogar etwa 30 Prozent. Erdgas wird in der Chemie- und Pharma-Industrie neben der Verwendung als Energieversorger (energetischer Einsatz) auch als Rohstoff (stofflicher Einsatz) benutzt. Erdgas ist nach Naphta (Rohbenzin) der zweitwichtigste Rohstoff in der organischen Chemie.

Angesichts der eminenten Bedeutung von Erdgas als Energieversorger und Rohstoff der Chemie- und Pharma-Industrie stellt sich die Frage, was die deutsche Regierung tatsächlich beabsichtigt. Denn die Lieferungen aus Russland kann niemand ersetzen, auch nicht in der nächsten Zukunft. 

Die Energie- und Rohstoff-Kosten der Chemie- und Pharma-Industrie Deutschlands sind in den vergangenen Monaten derart explodiert, dass sich die Frage stellt, ob sich diese Industrie hier im Land und unter diesen Bedingungen überhaupt noch rentiert und weiter existieren kann. Im vorigen Jahr (2021) waren in der Herstellung von chemischen Erzeugnissen in Deutschland noch 352.000 Menschen beschäftigt, in der Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen noch 121.000 Menschen. Unter den gegenwärtigen Bedingungen wird dies nicht fortgesetzt werden können. Der hiesige Abbau von Industrie-Anlagen der Chemie- und Pharma-Branche (De-Industrialisierung Deutschlands) wird sich beschleunigen. Schon jetzt lebt weniger als die Hälfte der BASF-Belegschaft in Deutschland.

Während große Konzerne wie BASF in andere Erdteile ausweichen können, sind hunderte Chemie- und Pharma-Betriebe in Deutschland hinsichtlich ihrer Existenz bedroht.

STAHL Teil1

Hier gilt dasselbe wie bei der Chemieindustrie. Der Industriezweig hat bisher dank hoher Subventionen überlebt. Allerdings hat die Energiepolitik der Bundesregierung auch hier gravierende Folgen. Dabei trifft es die Stahlbranche doppelt, denn sie ist sowohl von der Gas- als auch von der Stromversorgung sehr stark abhängig. Deutschland ist der größte Stahlerzeuger in der EU. Wichtigstes Bundesland bei der Stahlerzeugung ist NRW (Anteil 40 Prozent).

2021 wurden in Deutschland über 40 Millionen Tonnen Rohstahl erzeugt. Was zu dem Zeitpunkt Platz acht unter den zehn größten Stahlerzeugern der Welt bedeutete.

Stahl ist ein Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft. Die Stahlbranche hat als Basisindustrie eine besondere Bedeutung für die deutschen Wertschöpfungsketten. Die zahlreichen Innovationen dieses Wirtschaftszweiges und seine enge Verflechtung mit anderen Industriebranchen tragen zu den Erfolgen beispielsweise der Automobilindustrie und des Maschinenbaus bei. Rund ein Fünftel der Vorleistungskäufe des Maschinenbaus und zwölf Prozent des Fahrzeugbaus entfallen dabei auf die Stahlbranche. Wichtige Abnehmersektoren sind darüber hinaus die Elektrotechnik, das Baugewerbe sowie die Stahl- und Metallverarbeitung. Mit rund vier Millionen Beschäftigten stehen die stahlintensiven Branchen für zwei von drei Industriearbeitsplätzen in Deutschland. Mehr als 80.000 Beschäftigte arbeiten direkt für die Stahlindustrie.

Mit anderen Worten: Von der Stahlindustrie hängen im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands zwei Drittel der Arbeitsplätze ab. Ein wichtiger Standort der Stahlindustrie ist Duisburg. Der Hochofen der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (in Duisburg seit 1909) produzierte 2019 insgesamt 4,2 Millionen Tonnen Rohstahl. Das Hochofen-Ensemble der „Thyssenkrupp Steel“ in Duisburg (Schwelgern/Bruckhausen) produzierte 2019 insgesamt 8,5 Millionen Tonnen Rohstahl. Der Hochofen von ArcelorMittal (Ruhrort) (Produktion seit 1853) produzierte 2019 insgesamt 1,2 MillionenTonnen.

Das heißt: Rund ein Drittel der gesamten Stahlproduktion in der BRD (30 bis 40 Millionen Tonnen) kommt aus einer einzigen Stadt: Duisburg. Auch interessant dazu sind Recycler wie BEFESA. Weil in der Schwerindustrie (vor allem aber bei der Stahlherstellung) so viel Energie steckt, lohnt die Aufarbeitung von Schlacke (die bei der Stahlherstellung anfallen) und die Aufarbeitung von Salzschlacken (die beim Einschmelzen von Aluminiumschrott anfallen). Darauf haben sich Firmen wie BEFESA spezialisiert. Der Energieverbrauch der Firma BEFESA im Jahr 2013 belief sich auf:

  • Gas in MW/h 49379 = 49TWh
  • Strom in MW/h 11295 = 11TWh

Das sind die Verbräuche von einem einzigen Standort in Hannover. Man kann aber sagen, dass jedes Stahlwerk so ein Unternehmen in seiner Nähe hat.

STAHL Teil 2

Zurück zu den Stahlherstellern:

  • Platz 1: Größter Stahlhersteller in der BRD ist die Thyssenkrupp Steel Europe AG (Duisburg). Zur Debatte standen der Verkauf oder die Zerschlagung der gesamten Stahlsparte. Dann einigten sich die IG Metall und Thyssenkrupp Steel auf den Abbau von 3.000 Stellen bis 2026.
  • Platz 2: Salzgitter AG hat sich auch frühere Mannesmann-Aktivitäten einverleibt. Sie starten viele Investitionsprojekte und hoffen auf eine stärkere Zusammenarbeit mit VW. Das Unternehmen kommt bisher sehr gut davon.
  • Platz 3: Saarstahl AG Völklingen.
  • Platz 4: Deutsche Edelstahlwerke Specialty GmbH & Co. KG Witten.
  • Platz 5 und 6: Die Stahlwerke von ArcelorMittal (der weltweit größte Stahlkonzern) betreiben in der BRD ArcelorMittal Bremen und Eisenhüttenstadt. Der ArcelorMittal Konzern hat ein je kleines Stahlwerk in Hamburg und Duisburg, welche auf Spezialstähle ausgerichtet sind.
  • Platz 7: Georgsmarienhütte GmbH Osnabrück.

Was passiert zurzeit in der Stahlbranche, wo Gas und Strom zur Mangelware geworden sind? Die Rohstahlerzeugung in Deutschland ist im November 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf rund 2,8 Millionen Tonnen eingebrochen (4). Das ist der niedrigste Wert seit Juli 2020. Im aufgelaufenen Zeitraum von Januar bis November beträgt der Rückgang der Rohstahlproduktion nunmehr rund acht Prozent, womit wir an den bisher schwächsten Jahren seit 2009 anknüpfen.

Zur Zeit ist es so, dass alle Hersteller vom ersten, sehr guten Quartal profitieren und dadurch noch recht gute Bilanzen bei den Gewinnen vorweisen können. Alle versuchen so gut es geht, ihre Anlagen zu warten und zu modernisieren, in der Hoffnung auf bessere Energiesituation auf dem Markt im nächsten Jahr. Kurzarbeit ist an der Tagesordnung und Stromverkauf im großen Stil beschönigt die Unternehmenszahlen.

Die Einschläge, sie kommen näher. Denn bereits im März 2023 stoppte der erste Stahlkonzern, die Lech-Stahlwerke, wegen der immer weiter steigenden Energiekosten tageweise die Produktion (5). Aus dem gleichen Grund beschloss Arcelormittal Anfang September 2022 ebenfalls, zwei Anlagen stillzulegen (6)

ALUMINIUM

In keinem Land der Erde ist der jährliche Aluminiumverbrauch so hoch wie in Deutschland: Es sind rund 40 Kilogramm pro Kopf, was insbesondere mit der Pkw-Produktion in der BRD zusammenhängt. Durchschnittlich stecken 150 Kilogramm Aluminium in jedem Pkw. Deutschland produziert selbst nur relativ wenig Aluminium — etwa 1,077 Millionen Tonnen pro Jahr, Stand 2021. Davon sind rund 529.100 Tonnen Primäraluminium und 548.400 Tonnen Sekundäraluminium. Die Angelegenheit wird wegen der gestiegenen Energiepreise zunehmend fatal: Die Produktion einer Tonne Aluminium verbraucht schließlich 15 MWh elektrischer Energie.

Primäraluminium ist direkt aus dem Rohstoff Bauxit per Elektrolyse gewonnenes Aluminium. Als Sekundäraluminium wird Aluminium bezeichnet, das aus wiederverwertetem Altaluminium mittels Recycling gewonnen wird.

In Deutschland gibt es vier Standorte zur Herstellung von Primäraluminium; drei davon gehören zur Firma TRIMET Aluminium. Diese befinden sich in Hamburg (Kapazität 130.000 Tonnen pro Jahr), Voerde am Niederrhein (Kapazität 92.000 Tonnen jährlich) und Essen (Jahres-Kapazität 161.000 Tonnen).

Die TRIMET-Aluhütte in Essen verbraucht pro Jahr so viel Strom wie die 600.000-Einwohner-Stadt Essen insgesamt. Der vierte Produktionsstandort  für Aluminium in Deutschland ist Neuss am Rhein: Das Rheinwerk hat eine Kapazität von 260.000 pro Jahr und befindet sich im Besitz des norwegischen Konzerns Norsk Hydro.

Die Aluminium-Konjunktur in Deutschland hat sich im dritten Quartal dieses Jahres erwartungsgemäß weiter abgekühlt. Mit einem Minus von 25 Prozent sank vor allem die Produktion von Rohaluminium im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich. Im Zeitraum von Januar bis einschließlich September wurden nur noch rund 653.000 Tonnen produziert, das sind minus 22 Prozent. Dabei hat sich der Rückgang im bisherigen Jahresverlauf immer weiter verstärkt (7). Der Präsident von Aluminium Deutschland, Rob van Gils, sieht das so:

„Das vorherrschende Strompreisniveau lässt nach wie vor keine wirtschaftliche Produktion in Deutschland zu und zwingt die Betreiber der Aluminiumhütten, ihre Öfen nach und nach herunterzufahren. Ich habe große Sorge, ob dieser elementare Rohstoff am Standort Deutschland noch eine Zukunft hat.“ (7i)

Im weiterverarbeitenden Aluminium-Halbzeugbereich ging das Produktionsvolumen im abgelaufenen Quartal um zwei Prozent auf knapp 662.000 Tonnen zurück. Darunter verzeichneten die Hersteller von Walzprodukten einen Rückgang von drei Prozent, während die Produzenten von Strangpresserzeugnissen das Niveau des Vorjahreszeitraums mit einem Prozent minimal übertrafen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres steht im Halbzeugsektor insgesamt ein Rückgang von einem Prozent auf 2 Millionen Tonnen zu Buche. Die vergleichsweise moderate Entwicklung im Halbzeugbereich sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch hier schwere Zeiten bevorstehen. Die Auftragseingänge deuten bereits darauf hin.

Beispiele wie das der Firma TRIMET Essen, die ihre Produktion wegen der Energiepreise halbiert hat, gibt es leider mehr als genug.

Viele Unternehmen retten ihre Bilanzen und halten sich mit Stromverkauf über Wasser! Da die Strompreise auf dem Markt sehr hoch sind, verkaufen sowohl Stahl- als auch Aluminium-Hersteller das günstig eingekaufte Stromkontingent und verdienen damit ihr Geld (8).

Und wenn diese Kontingente ausgeschöpft sind – was dann?

Metallhersteller und keine Stromhändler. Wenn man die Zahlen weiter oben sich genauer anschaut, dann wird die Deindustrialisierung klar und deutlich. Wir haben einen Produktionsrückgang bei der Aluminiumherstellung um 22 Prozent und lediglich nur ein Prozent weniger Produktion bei der Herstellung im Halbzeugsektor, was bedeutet, dass man wesentlich mehr importiert hat.

KOKEREI UND MINERALÖLVERARBEITUNG

Auf Platz Drei in der Auflistung der energieintensivsten Branchen Deutschlands steht hinter der Chemieindustrie und der Metallerzeugung/Metallbearbeitung der Bereich Kokerei und Mineralölverarbeitung. Aus technischen Gründen sind Kokereien enorme Energieverbraucher (Erhitzung der Kohle auf etwa 1000 Grad Celsius, um Koks und Rohgas zu gewinnen). Da Koks in den Hochöfen zur Stahlerzeugung benötigt wird, sind die Kokereien eng mit den Stahlproduzenten verbunden, um nicht zu sagen, dass sie in direkter Abhängigkeit voneinander stehen.

Zurzeit sind in Deutschland insgesamt fünf Kokereien in Betrieb, davon zwei in Duisburg:

  • Die Kokerei in Duisburg-Schwelgern ist eine der größten Kokereien der Welt und gehört zu ThyssenKrupp Steel.
  • Die andere Kokerei in Duisburg-Hüttenheim gehört zu den Hüttenwerken Krupp Mannesmann HKM.
  • Die Kokerei im nahen Bottrop gehört zu ArcelorMittal.
  • Die Zentral-Kokerei-Saar in Dillingen gehört zu Saarstahl.
  • Die Kokerei in Salzgitter gehört zur Salzgitter AG.

Logischerweise produzieren auch diese Betriebe weniger, da weniger Stahl hergestellt wird. Und unter anderem dadurch kann die Bundesregierung von Gas-Einsparungen reden, was faktisch keine sind, es sind Produktionsausfälle!

Die zweite Sparte der Branche, die Mineralölverarbeitung, ist ebenfalls eine sehr energieintensive Angelegenheit, denn es geht um das aufwändige Raffinieren von Erdöl, also die Produktion von Dieselkraftstoff, Benzin, Kerosin, Heizöl usw. Die Mineralölverarbeitung erfolgt in Deutschland in 13 Raffinerien mit einer Rohölverarbeitungskapazität von 101 Millionen Tonnen pro Jahr. Damit ist Deutschland der größte Raffineriestandort und Mineralölmarkt in der EU.

  • Die größte Erdölraffinerie der BRD, die Rheinland Raffinerie in Köln-Godorf hat eine Kapazität von 16,3 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr und gehört dem Shell-Konzern.
  • Die zweitgrößte Erdölraffinerie ist die MiRO, Mineralöl-Raffinerie Oberrhein in Karlsruhe mit einer Kapazität von 15,0 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr, sie gehört den Konzernen Shell, Esso und Conoco-Phillips.
  • Die drittgrößte Erdölraffinerie befindet sich in Gelsenkirchen mit einer Kapazität von 12,7 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr und gehört dem BP-Konzern.
  • Die restlichen 7 größten Raffinerien produzieren insgesamt 51,8 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr.

Einige der oben genannten Raffinerien gehörten teilweise zum russischen Rosneft. Diese Anteile wurden verstaatlicht. Wobei hier das Wort verstaatlicht für einen beispiellosen Diebstahl steht (9).

Was diese Branche (Kokerei und Mineralölverarbeitung) extrem wichtig und interessant macht, ist die Tatsache, dass nur 18.100 Beschäftigte etwa 90 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften. Damit ist sie die stärkste Branche Deutschlands, wenn man den pro Arbeitnehmer erwirtschafteten Umsatz betrachtet. Ein Blick auf die Lage in der Branche zeigt einen Rückgang der Produktion um 6.1 Prozent (10).

Ein auch nur geringer Abbau der Arbeitsplätze in diesem Bereich würde gravierende Folgen mit sich bringen, wenn man den Umsatz in der Branche anschaut. Dabei würde es nicht nur diese Branche betreffen, sondern auch die Stahlindustrie.

FAZIT

Schaut man sich die wertvollsten, relevantesten, energieintensivsten Branchen der  deutschen Industrie an, fällt der Aspekt extremer Exportabhängigkeit auf.

  • Maschinenbau: Von den 245 Milliarden Euro Jahresumsatz stammen 153 Milliarden Euro aus dem Export ins Ausland. Das sind also 62 Prozent.
  • Kraftwagen/Kraftwagenteile: Von den 413 Milliarden Euro Jahresumsatz stammen 275 Milliarden Euro aus dem Export ins Ausland. Das sind 67 Prozent.
  • Elektrik/Elektronik: Von den 193 Milliarden Euro Jahresumsatz stammen 110 Milliarden Euro aus dem Export ins Ausland. Das sind 57 Prozent.
  • Chemische Erzeugnisse: Von den 172 Milliarden Euro Jahresumsatz stammen 107 Milliarden Euro aus dem Export ins Ausland. Das sind 62 Prozent.
  • Metallerzeugung und -bearbeitung: Von den 120 Milliarden Euro Jahresumsatz stammen 52 Milliarden Euro aus dem Export ins Ausland. Das sind 43 Prozent.
  • Sonstiger Fahrzeugbau: Von den 47 Milliarden Euro Jahresumsatz stammen 29 Milliarden Euro aus dem Export ins Ausland. Das sind 62 Prozent.

Man sollte also eigentlich Folgendes erwarten:

Angesichts der extremen Exportabhängigkeit der wichtigsten deutschen Industrien müsste die deutsche Regierung bestrebt sein, alles dafür zu tun, dass auf dem Globus relativ friedliche, den Handel erleichternde, gerechte Verhältnisse herrschen. Nun erlebt man aber seitens dieser deutschen Regierung — wie auch bei der irrationalen, permanenten Hetze gegen die Russische Föderation —, dass diese heftig an dem Ast sägt, auf dem ihre Industrie sitzt. Betreibt sie doch permanente Propaganda und provokative Akte gegen die Volkrepublik China.

Im Jahr 2021 war China, was die deutschen Exporte betrifft, das zweitwichtigste Land: Deutschland exportierte Waren im Wert von 122 Milliarden Euro in die USA und Waren im Wert von 104 Milliarden Euro nach China (11, 12). Dazu kommt, dass durch die Verlegung der Industrie in die USA und nach China wir in Zukunft weniger exportieren können (wofür haben denn kürzlich ein paar „Großindustrielle“ den Kanzler persönlich nach Peking geschleppt?).

Zusammengefasst: Statt für eine friedliche, sichere Welt zu sorgen, in der eine Steigerung unserer Exporte möglich ist, führt unsere eigene Regierung einen deindustrialisierende Politik gegenüber der deutschen Industrie durch. Dass diese Taktik keinen Erfolg haben wird, gegen Russland eine Niederlage erleiden muss und danach den gesamten Wiederaufbau des Westens mit ihren Ressourcen bezahlen soll, ist den meisten seriösen Analytikern vollkommen klar. Die NATO wird gezwungenermaßen zu der Einsicht gelangen müssen, dass die Zeit der unipolaren Weltordnung (1991 – 2021) vorbei ist. Und danach kommt das Unausweichliche …

Es gibt zurzeit viel Hoffnung auf den Energiepreisdeckel, allerdings kann dieser keine Rettung sein. Warum?

Es gibt pro Konzern nur einen sehr begrenzten „Topf“. Dieser wird, manchen Hochrechnungen nach bereits nach zwei Monaten erschöpft sein wird. Die Unternehmen werden automatisch an die Gewinne aus 2021 gekoppelt (die damalige Produktion und somit die Gewinne waren durch die Einschränkungen sehr begrenzt.). Und bei Überschreitung der Gewinne entfällt die Förderung. Diese Fakten zeigen ziemlich deutlich auf, dass der Energiepreisdeckel niemanden retten wird.

Wenn man sich all das vorher Geschriebene anschaut, dann wird klar, dass die Schwerindustrie stark gedrosselt wird und am herunterfahren ist. Dazu werden die Exporte ganz automatisch einbrechen. Alle weiteren Branchen hängen direkt oder indirekt von den energieintensiven Industrie-Bereichen ab und drosseln, ob sie es wollen oder nicht, ihre Produktion. Sie sind gezwungen, teureres Material aus dem Ausland zu importieren und unsere Schwerindustrie baut derzeit die Arbeitsplätze ab.

Wir wiederholen den Satz nochmal:

Es sind nur 6,7 Prozent der insgesamt vorhandenen Industrieunternehmen die eben 20,1 Prozent vom Umsatz der gesamten Industrie erwirtschaften und gerade diese leiden jetzt sehr. Das Jahr 2023 wird entscheidend für den Industriestandort Deutschland sein.

Die Deindustrialisierung muss gestoppt werden, wenn es überhaupt noch möglich ist.

Soweit der (überarbeitete) Bericht von Node of time, der eigentlich JEDEN Beschäftigten in Deutschland interessieren müsste und zu sofortigen Konsequenzen führen sollte. Zur Erinnerung hier die klare Ansage von Einem, der es wissen muss, Bosch-Chef Stefan Hartung — und zwar bereits im April 2022:

„Wenn Deutschland einseitig auf russische Gaslieferungen verzichtet, brechen nicht nur bei Bosch hochrelevante Elemente der Lieferkette weg. Ich bin daher entschieden dafür, vorerst nicht auf Gaslieferungen zu verzichten“ (13)

Bliebe das Gas bei einem Lieferstopp aus, warnte Hartung, „könnten wir nicht wieder anfahren, mit allen Folgen“. Damit fiele die industrielle Grundlage unseres Wirtschaftsstandorts weg, „und das nicht nur für ein paar Monate“ (13i).

Wie Dagmar Henn bereits sinngemäss schrieb: Mit dieser „Regierung“ wird das nichts mehr. Bald werden sehr viele Leute arbeitslos zu Hause sitzen. Die werden dankbar nach Schwabs bedingungslosen Grundeinkommen Schlange stehen und mit der Abschaffung des Bargeldes marschiert Deutschland und Europa in zwei Schritten in die perfekte Versklavung, getreu den geistesgestörten Visionen der Davoser Clique, die alle auch bloß US-Vasallen sind.

Wer es immer noch nicht glauben mag, dem verdeutlicht der ehemalige belgische Premierminister und Europaabgeordnete Guy Verhofstadt auf Twitter den riesigen, verlogenen Betrug an der Bevölkerung: „Neun Sanktionspakete und der Effekt ist weniger als Null“ (14).

Verhofstadt verweist auf eine Tabelle mit den Handelszahlen zwischen Russland und der EU und vertritt die Ansicht, dass die Sanktionen Russland nur Vorteile gebracht hätten. Den zitierten Zahlen zufolge hat Russland den Handel mit den meisten EU-Ländern gesteigert, wenn man den Zeitraum von Februar bis August 2022 mit den Daten des Vorjahres vergleicht. Beispiele:

  • Deutschland plus 33 Prozent,
  • Italien plus 100 Prozent,
  • Frankreich plus 84 Prozent,
  • Niederlande plus 51 Prozent,
  • Belgien plus 78 Prozent,
  • Österreich plus 139 Prozent
  • und so weiter … und wer profitiert davon, außer Russland?

Abschliessend ein paar Worte von Scott Ritter, die ich jedem deutschen Bürger in sein Poesiealbum schreiben möchte und die in ihrer Deutlichkeit nicht mehr zu übertreffen sind.

Der Sturz vom Sitz auf dem selbst abgesägten Ast ist bis einem Zentimeter über dem Boden fühlt sich berauschend an – und dann ist es ja nicht mehr weit.

Vielen Dank an Heiri, der maßgeblich an der Aufbereitung der Analyse und Verfassung des Textes mitgewirkt hat!

Bitte bleiben Sie schön aufmerksam, liebe Leser.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen – insbesondere der deutlich sichtbaren Verlinkung zum Blog des Autors – kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei internen Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.

mehr dazu:

Veröffentlicht von Huxley

Handwerker, Spaziergänger, Demonstrant, Aktivist

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