Rückblick: „München steht auf“

6. Dezember 2022 / gelanews /

Demonstrieren in Zeiten von Corona: Ein persönlicher Rückblick

Als es mit dem Impfen losging

Es war wohl im Herbst 2021 als ich zum ersten Mal auf eine Demo ging, die sich gegen die vom Staat verordneten Corona-Maßnahmen richtete. Das völlig chaotische und unlogische Vorgehen der Staatsmacht und die Anfänge einer Propagierung der nicht in Ansätzen ausgetesteten mRNA-Gentherapie, genannt ‚Impfung‘, sowie die Unterdrückung aller sonstigen sinnvoll erscheinenden medizinischen Maßnahmen zur Behandlung und Vorbeugung von Covid-19 ließen mich nicht nur ratlos zurück, sondern meine Empörung zunehmend steigen. Deshalb pilgerte ich also an einem Wochenende in Richtung Max-II-Denkmal, wo eine Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen angekündigt war. Verunsichert durch die Berichterstattung in den Medien fragte ich mich, ob ich es hier tatsächlich mit Nazis, Schwurblern und Aluhutträgern zu tun bekommen würde. Ein Transparent beim Zugang beruhigte mich: Man solle zusammenhalten und sich nicht spalten lassen. Ganz meine Meinung: Angesichts der bedrohlichen Lage, ausgelöst durch den übergriffigen Staat, sollten wirklich alle zusammenstehen.

Es kamen für Münchner Verhältnisse viele Menschen aus aller Altersgruppen und sozialen Schichten. Es mag sein, dass auch Nazis dabei waren, optisch bemerkbar machten sie sich jedenfalls nicht. Zu meiner Beruhigung entdeckte ich sogar eine Regenbogenfahne. Die politische Gesinnung der hier versammelten Menschen war in der Regel nicht kenntlich. Wozu auch, es ging um den Protest gegen Corona-Maßnahmen, von denen Menschen aller politischer Couleur betroffen waren.

Der damalige Protest durfte nur als stehende Veranstaltung stattfinden und war auch schnell wieder beendet. Eine Demo war aus Gründen des „Infektionsschutzes“ untersagt, die Lautsprecheranlage war schlecht, ich verstand nur wenig, die Situation zwischen Organisatoren und Teilnehmern auf der einen Seite und Polizei auf der anderen Seite war angespannt, denn die Protestierenden, hinter Absperrungsbändern auf der Fahrbahn eingepfercht, sollten Masken tragen und Abstand halten, was kaum beachtet wurde. Ein Dilemma: Die Maßnahmen, gegen die man demonstrieren wollte, wurden einem beim Protest aufgezwungen.

Nach einem Geplänkel zwischen Polizeiführung und Veranstaltern wurde schließlich die Veranstaltung für beendet erklärt, warum genau, hatte ich nicht mitbekommen, aber statt zugehen, setzten sich viele der Protestierenden auf die Straße. In dieser Altersklasse befinde ich mich nicht mehr. Setze ich mich auf den Boden, kann ich mir nicht sicher sein, ob ich auch wieder hochkomme. Also überließ ich die Veranstaltung ihrem Schicksal und ging nach Hause.

Die Impflicht droht

Viele Menschen verwehrten diese unsäglichen mRNA-‚Impfungen‘, immer mehr wurde bekannt über Impfnebenwirkungen und Impfschäden bis hin zu Todesfällen und ab August 2021 gab Israel bekannt, dass es sogenannte Impfdurchbrüche gebe, d.h. die ‚Impfungen‘ nicht vor Erkrankung schützen[1]. Wer dachte, dies sei das Ende aller ‚Impfungen‘, sah sich schwer getäuscht. Der Druck auf Ungeimpfte wurde noch verstärkt, die Teilnahme am öffentlichen Leben ohne Impfzertifikat praktisch unmöglich gemacht, die Diskriminierung Ungeimpfter nahm vorher für undenkbar gehaltene Ausmaße an und zu schlechter Letzt nahm in Deutschland und Österreich die Diskussion um die Einführung einer Impfpflicht Fahrt auf[2]. Die bedeutete für all jene, die sich unter keinen Umständen eine mRNA-‚Impfung‘ verpassen lassen wollten, Feuer unterm Dach.

Zu dieser Zeit kündigte „München steht auf“ eine Demonstration an. Eine bewegte Demo war verboten, nur eine stehende Versammlung mit Einhaltung der Maksenpflicht und dem gebotenen Abstand von 1,50 Metern war erlaubt. Der letztendlich genehmigte Kundgebungsort war denkwürdig: Die Teilnehmer mussten sich in mittlerer Höhe der Ludwigsstraße hinter Absperrgitter begeben und man wie in einen Schafspferch gezwängt, weit weg von jeglichem Publikum, in Dunkelheit und Kälte ausharren. Ein riesiges Polizeiaufgebot, die Beamten in Kampfausrüstung mit Gesichtsvisier und Schlagstock, begleitete den Protest. Die große Frage war: Wie viele würden kommen?

Es kamen sehr viele! Aus allen Gesellschaftsschichten und Altersgruppen– ein repräsentativer Querschnitt durch die Bevölkerung. Hier standen sie, Seit an Seit, fest entschlossen, ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit einzufordern. Informationen wurden ausgetauscht, über Telegram-Kanäle und neueste medizinische Artikel. Man hatte Prof. Bhagdi und Dr. Wordag gelesen, die neuen Helden der Bewegung, deren Bücher inzwischen die Spiegel-Bestsellerlisten erklommen, und man hatte auf Servus.tv Prof. Haditsch um die Welt jetten sehen, wie er Gespräche mit angesehenen Koryphäen aus der Virologie und Epidemiologie führte, die in Sachen Corona kritische Standpunkte eingenommen hatten. Mit aller Macht versuchten Politik und Medien deren Verächtlichmachung und Ausgrenzung, was auch direkte Zensurmaßnahmen auf den etablierten ‚sozialen‘ Plattformen zur Folge hatte.

Auch bei dieser Veranstaltung haperte es mit der Technik, waren die Redebeiträge schwer zu verstehen, was wohl nicht wirklich bedauerlich war. Überrascht schienen alle, Veranstalter wie Protestierende, von der riesengroßen Menschenmenge, die sich zusammengefunden hatte. Der Polizei mochte es nicht anders ergangen sein. Einige Versuche, sich in Sechsergruppen und mit Kampfausrüstung zwischen die Teilnehmer zu drängen und dort provokant auf starken Polizeistaat zu machen, der die Einhaltung der Maskenpflicht und des Sicherheitsabstandes überwacht, wurden ungläubig bestaunt und als völlig deplatziert und lächerlich wahrgenommen, stand hier doch die ältere Ärztin neben dem jungen Punker und die türkische Krankenschwester neben dem deutschen Rentner. Die friedlich Versammelten konnten es nicht fassen, wie der Staat mit ihnen umsprang, so als seien sie gewalttätige Chaoten, die gleich Schaufensterscheiben einschlagen würden. Garantierte denn nicht unsere Verfassung das Recht auf Versammlungsfreiheit?

Schlimm war, dass die Einsatzkräfte entlang der Absperrgitter Aufstellung genommen hatten und niemanden mehr, der die Versammlung verlassen wollte, aus dem Pferch hinausließen. War das nicht ein Fall von Freiheitsberaubung? Als wir uns trotzdem durch das Gitter zwängten, wollten Einsatzkräfte uns zurückdrängen. Doch als wir darauf beharrten, eine Toilette aufsuchen zu müssen und einfach weiter gingen, wagte es der tonangebende Polizist nicht, uns altem Ehepaar den Weg zu verstellen. Er ließ uns ziehen.

Was mögen die Polizisten hier gefühlt haben, denen wohl eingetrichtert worden war, dass sie es mit einem Aufmarsch von Nazis, Reichsbürgern und gewalttätigen Chaoten zu tun bekämen und sich nun einer Menge von völlig normalen, aber fassungslosen Bürgern gegenübersahen?

Die Süddeutsche Zeitung entblödete sich am nächsten Tag nicht, zu titeln: „16. Dezember 2021. 3500 Menschen bei Demo – die Corona-Leugner machen mobil.“ Selbstredend hatte niemand Corona „geleugnet“, sondern es wurde gegen überzogene und contraproduktive Corona-Maßnahmen und aus Angst vor der angedrohten Impfpflicht demonstriert. Keine Ahnung, wie viele Menschen wirklich an diesem Abend in München auf den Beinen waren, aber 3.500 schien einfach eine lächerliche Zahl zu sein.
Video: https://t.me/muenchenstehtauf/1467

Zu dieser Zeit fanden auch in anderen Städten wie Berlin, Hamburg und Wien Massendemonstrationen gegen die Impfpflicht statt. Dass Fass war zum Überlaufen voll.

Ich war zum ersten Mal auf „München steht auf“ aufmerksam geworden, deren Organisatoren Benny und Melchior hießen. Ein Jahr lang sollte ich nun ihren Aufrufen auf Telegram folgen und mich brav zu jeder Demo einfinden, soweit es mir zeitlich möglich war.

Der schwarze Winter – Demoverbote und Spaziergänge

Die nächsten Demos und stehenden Versammlung wurden verboten oder von der Stadt mit nicht zu erfüllenden Auflagen belegt. Es begann die Zeit der Spaziergänge.

Von den Organisatoren von „München steht auf“ war offiziell alles abgesagt worden, trotzdem schien klar, dass etwas im Busch war, wieder am Mittwoch, wieder um dieselbe Zeit und wieder am selben Ort. So war ich abends mit der U-Bahn bis Giselastraße gefahren und hielt auf der Leopoldstraße nach Gleichgesinnten Ausschau. Da stand ein Grüppchen an einer Ampel, dort ein paar Leutchen vor einem Lokal, hier vor einem Schaufenster. Waren das jetzt Demonstranten oder einfach Schwabing-Bummler? Entlang der Leopoldstraße fuhren Streifenwagen, aber deren Insassen waren wohl genauso ratlos wie ich.

An einer Ampel fand sich ein Grüppchen, das sich mir gegenüber zu erkennen gab und dem ich mich anschloss. Dabei eine Krankenschwester aus dem Umland, die wegen der für März angedrohten Impfpflicht für Pflegekräfte in heller Panik war. Dann machte Flüsterpropaganda die Runde: Es werde um 18.30 Uhr losgehen.

Was dann geschah, war wirklich stark: Aus vielen Einzelpersonen und kleinen Grüppchen formte sich ein immer stärker anschwellender Demozug, der sich in Richtung Siegestor bewegte. Auch aus den Seitenstraßen strömten immer mehr Menschen herbei. Trillerpfeifen wurden laut. Ein Menschenstrom ergoss sich in die Ludwigsstraße zum Geschwister-Scholl-Platz, wo die abgesagte Versammlung hätte stattfinden sollen. Es war überwältigend, auch für die Polizei, die dem Treiben recht hilflos gegenüberstand. Man fand sich vor der Josephskirche ein, zog durch die angrenzenden Straßen, mal links, mal rechts der Ludwigsstraße, wich Polizeisperren aus. An diesem Abend begann das Katz-und-Maus-Spiel, das sich über mehrere Wochen hinziehen sollte. Alles friedlich, Pfeifen und Sprechchöre „Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung“. Es gibt sicher inhaltlich gehaltvollere Slogans, aber unter diesem konnten sich wirklich alle einreihen….

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