Kritik am IFSG: Keine Evidenz für Wirksamkeit von Masken

5. September 2022 von Dr. Peter F. Mayer

Bis Anfang 2020 war klar, dass Masken nicht vor viralen Infektionen schützen. Langes Tragen von Gesichtsmasken schaden sogar der Gesundheit. Daher ist die Dauer in Arbeitsschutzgesetzen zeitlich begrenzt. Dennoch soll insbesondere in Deutschland und von der derzeit noch amtierenden Wiener Landesregierung im Herbst wieder Maskenpflicht verordnet werden.

Die interdisziplinäre Autorengruppe der 7 Argumente hat folgenden Aufruf veröffentlicht unter dem Titel

Keine evidenzbefreite Maskenpflicht

Wer in einem Rechtsstaat elementare Bürgerrechte einschränken will, muss zunächst die Notwendigkeit dafür nachweisen. In der aktuellen Neuauflage des IfSG kommt der Maskenpflicht als „möglichst wenig einschränkende“ Maßnahme zentrale Bedeutung zu. Experten wie K. Stöhr oder J. Schmidt-Chanasit haben hingegen darauf hingewiesen, dass es keine wissenschaftliche Evidenz für den Nutzen einer Maskenpflicht gibt und diese auch den Empfehlungen wissenschaftlicher Fachgesellschaften widerspricht.

Selbst der Evaluationsbericht einer von der Bundesregierung eingesetzten Expertengruppe konnte keine ausreichenden Belege für eine Wirksamkeit anführen: „…denn randomisierte, klinische Studien zur Wirksamkeit von Masken fehlen.“ Die Wirkung sei v.a. psychologischer Art „… da durch Masken im Alltag allgegenwärtig auf die potentielle Gefahr des Virus hingewiesen wird.“ (S. 87f). In den Formulierungshilfen zum Gesetz (S. 64) wird indes behauptet: „Die Studie von Talic et al. (…) stellt auf Basis der Auswertung von sechs Studien (…) fest, dass ein Maskenmandat zu einer Reduktion der Inzidenz um 53 Prozent führt.“

Der Inzidenzbegriff ist allerdings epidemiologisch inadäquat. Dazu kommt: Keine der Studien lässt diese Schlussfolgerung zu. Vier davon basieren auf retrospektiv geführten Fall-Control-Studien, in denen die Daten in nicht verifizierten Telefongesprächen oder Fragebögen eingeholt wurden – darunter wurden drei von den staatlichen Stellen bezahlt, welche auch die Maßnahmen angeordnet haben. Nur die Arbeit von Bundgaard et al. stellt eine prospektive, randomisierte, kontrollierte und damit methodisch verlässliche Studie dar. Deren Ergebnisse allerdings zeigten keinen signifikanten Unterschied zwischen der Gruppe mit und der ohne Maske. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie grob fehlinterpretierte Studien zur Begründung der Maskenpflicht herangezogen werden.

Wie groß ist der tatsächlich drohende Schaden, der dieses Mittel rechtfertigen soll? International wird Covid-19 inzwischen weitgehend als normales Lebensrisiko eingeordnet. Die Frage der Verhältnismäßigkeit muss daher neu gestellt werden, umso mehr, als eine Maskenpflicht alles andere als ein geringer Eingriff ist. Selbst die Expertengruppe benennt etwa Kopfschmerzen als Folgen. Zahlreiche Studien belegen noch weit gravierendere Gesundheitsgefahren bis hin zu dauerhaften Gehirnschäden durch zu hohe CO2-Konzentration, bakteriellen Entzündungen oder Pilzbefall der Lunge, die strafrechtliche Fragen aufwerfen. Außerdem wurden über rein Physisches hinausgehende Folgen (Traumatisierung/Retraumatisierung, Zwangsstörungen, ethisch fragwürdige Steuerungsmechanismen) bisher in der Debatte völlig ausgeblendet, einschließlich schwerer sozialpsychologischer Schäden (etwa durch gesteigerte Aggressivität) oder der Schädigung elementarer Sozialisierungsprozesse bei Kleinkindern.

Die Maske ist zum Symbol des entleerten Gesichts geworden: nicht mehr Individuen treten auf, sondern es wird eine Masse erzeugt. Die Gesichtsbedeckung steht für den Versuch, das Unkontrollierbare zu kontrollieren und symbolisiert nicht selten eine zunehmende Nähe zum magischen Denken: Auf nicht unmittelbar überprüfbaren Überzeugungen basierendes Verhalten mit Unheil abwehrender Absicht wird in der vergleichenden Religionswissenschaft der Magie zugeordnet (nach B. Malinowski eine anthropologische Konstante). Ein kommunikativer Kontrollmechanismus, der stark emotional besetzt ist und v.a. soziale Funktion hat: die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, Demonstration von „Rechtgläubigkeit“ sowie die Visualisierung der Bedrohung. Allein schon, um einer derartigen Wahrnehmung der Maskenpflicht entgegenzuwirken, ist dringend davon abzuraten.

Und schließlich: ist eine Maskenpflicht vor dem Hintergrund der jüngsten „Maskengates“ überhaupt noch glaubwürdig? Wenn die Bevölkerung sich fragt, ob die Maßnahmen für Politiker nicht gelten, muss deren generelle Zulässigkeit spätestens jetzt dringend infrage gestellt werden. Offenbar sind Verordnungen auf Basis eines Notstandes zu fehler- und missbrauchsanfällig.

Veröffentlicht von Huxley

Handwerker, Spaziergänger, Demonstrant, Aktivist "Wir wanken und wir weichen nicht"! Unser Leben vom Kopf wieder auf die Beine zu stellen, dass ist unser Ziel!

4 Kommentare zu „Kritik am IFSG: Keine Evidenz für Wirksamkeit von Masken

  1. anamcara
    5. September 2022 at 14:25

    Masken wurden nie dazu entwickelt, vor viralen Erkrankungen zu schützen oder die Verbreitung von (respiratorischen) Viren zu verhindern.

    FFP-Masken wurden entwickelt, um Menschen vor Partikeln zu schützen, medizinische (chirurgische) Masken, um Patienten bzw. deren offene Wunden vor Mikroorganismen (nicht Viren) zu schützen.

    Die Annahme der „Wirkung“ von Masken im Alltag (nicht-professioneller Einsatz) beruht auf Modellen mit zweifelhaften Annahmen.
    Die dazu publizierten Studien sind je nach Validität der Annahmen in den (artifizielle) Modellen bestenfalls hypothesengenerierend.
    Die Hypothese der „Wirkung“ von Masken im Alltag wird von den zwischenzeitlich vorliegenden epidemiologischen Daten klar widerlegt.

    Das gilt für die Anwendung welcher Masken auch immer -draußen und Innenräumen.

    Ich habe mich im Verlauf meines Berufslebens u.a. mit der Zertifizierung von Masken als Medizinprodukte beschäftigt.

    Es ist erschreckend, in welchem Ausmaß die Politik bestehende Sicherheitsstandards bei der Prüfung von Masken und zum Schutz der Tragenden heute ignoriert.
    Aus meiner Sicht kann im Lichte dieser Feststellungen das Festhalten an Auflagen zur Maskenpflicht nur mit einem (kleinkindhaftem) Trotz, einer (politischen) Hilflosigkeit und auch einer Verleugnung von wissenschaftlicher Evidenz kommentiert werden.

    Der Themenkomplex Masken illustriert pars pro toto wo wir in diesem Land hingekommen sind und wie unkritisch (unbedarft) Menschen mit diesem Thema umgehen, wenn sie brav im Zug die Maske aufsetzen wenn sie bspw. von der Schweiz nach Deutschland mit dem Zug einreisen.

    Von Prof. Dr. Markus Veit, Apotheker und Geschäftsführer einer Beratungsfirma
    für die pharmazeutische Industrie

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  2. Geert
    5. September 2022 at 14:45

    Laut dem Sachverständigenausschuss in D. hat keine Massnahme irgend eine Wirkung gezeigt…

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  3. Fritz Madersbacher
    5. September 2022 at 14:13

    @Slobodan Covjek
    5. September 2022 at 13:41
    „Die Schüler intelligenter als die Lehrer“ und (wie alle Kinder) in ihrer überwiegenden Mehrheit nicht angekränkelt von Angst und Hypochondrie wie viele Erwachsene, eben auch Lehrer, Journalisten, „Experten“, Bürgermeister, „Gesundheits“politiker etc.
    Das wäre viel Stoff für wirklich gute Kinderbücher, aber wo finden sich Autoren/-innen dafür? Welche Verlage hätten überhaupt den Mut, solche Bücher herauszubringen? Was hilft uns jetzt „unser“ vielleicht voyeuristischer oder exhibitionistischer, aber nur oberflächlich „kritischer“, opportunistischer, feiger, letzten Endes stinkbürgerlich-biedermeierlicher „Kultur“-Betrieb?
    Ja, später einmal werden wieder alle alles gewußt haben, heuchlerisch sogar den Widerstand gegen diese fatale Schwindelpandemie feiern. Aber jetzt, wo sie stattfindet, herrscht die große Maulhaltung. Das kommt einem alles sehr bekannt vor. Liebe Kultur-Oberschulmeister, ‚Hic Rhodus, hic salta‘!

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  4. Jan
    5. September 2022 at 12:01

    Die Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit eines Rechtsstaates, dem derartiger Unsinn als Rechtfertigung genügt, höchste Rechtsgüter zu schleifen, sei noch hinzugefügt.

    Dabei haben jene, die ihre Mitmenschen als Virenschleudern und potentielle Mörder sehen, einschließlich der Kleinsten, die Möglichkeit zu einer hochwirksamen und quasi nebenwirkungsfreien Sprize im Dauerabo! Warum wird auf die Solidaritat der Anderen geschaut, anstelle die Sicherheit der vierten und fünften Sprite zu genießen? Die Akzeptanzraten des Boosters liegen bei 4%. Aber die Maske muss zwangsweise kommen?

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