Immer wieder aufstehen

Täglich blöde Witze machen, das Pandemie-Geschehen satirisch aufarbeiten – klingt wie ein großer Spaß, schließlich hat man ja immer etwas zu lachen.

2,5 Jahre Pandemie und Propaganda (Propandemie) gehen dennoch nicht spurlos an einem vorbei. Wie auch? Wir merken es selbst, hier in Mexiko. Die Kraft ist weg, man ist, wie es die Rotpunkte so schön bezeichneten, ‚mütend‘. Das geht nicht nur uns so, sondern allen Auswanderern, mit denen wir hier sprechen und die kürzlich ihr Land zurückgelassen haben. Das Land, in das man geboren wurde, in dem man aufgewachsen ist und wo Freunde und Familie noch wohnen und dem ausgesetzt sind, vor dem man selbst geflüchtet ist.

Jetzt, wo immer mehr der „Verschwörungstheorien“ wahr werden (man denke nur an das berühmte Ken Jebsen Video Anfang 2020) und selbst das CDC seine bislang in Stein gemeißelten Behauptungen widerruft, sacken viele der Freiheitskämpfer in sich zusammen. Der Kampf gegen die Windmühlen hat Kräfte gekostet, manche Kämpfer sind auch schon nicht mehr unter uns, haben für sich einen anderen Weg entschieden oder sind mit dem Druck nicht mehr klar gekommen und nahmen sich das Leben.

Und doch sind Viele immer wieder aufgestanden. Haben die Äste, die man ihnen zwischen die Räder gesteckt hat, stoisch herausgezogen und immer weiter gemacht. Aufstehen, Krone richten.
Wie viele wurden auf Demonstrationen beschimpft, von der Presse und Politik öffentlich denunziert und lächerlich gemacht? Um trotzdem am nächsten Wochenende wieder auf der Straße zu stehen.

Weil sie für etwas einstehen. Für etwas, das größer ist als sie selbst und vor allem etwas, an das sie glauben. Dieser Glaube, diese Beharrlichkeit ist es, welche den Reichen und Mächtigen so viel Angst macht. Weil sie merken, dass sich manche Menschen nicht lenken, programmieren und beherrschen lassen. Diesen Leuten haben wir es zu verdanken, dass vieles nicht so schlimm gekommen ist, wie es vielleicht hätte kommen können.

Durch meinen Account und auch die Sprechstunden durfte ich viele Persönlichkeiten kennenlernen, denen ich 2020 noch interessiert auf YouTube (vor der Zensur) gefolgt bin. Die eigentlich ganz normale Menschen wie du und ich sind, sich jedoch dazu berufen gefühlt haben, mehr zu machen, als einfach nur von 9 to 5 im Büro zu sitzen und alles über sich ergehen zu lassen. Die ihre Existenzen riskiert (und verloren) haben, um einem schier unbesiegbaren Drachen ins Gesicht zu spucken. Um dem Moloch zu sagen: „Bis hierher und nicht weiter“.

Ist dabei alles gut gelaufen? Sicher nicht. Es gab viele Rückschläge. Freundschaften sind zerbrochen, Misstrauen und falsche Entscheidungen haben einstige Weggefährten entzweit. Auch, wenn man auf der selben Seite steht, muss man sich nicht immer mögen. Oder die Handlungen des anderen dulden. Das sind eigene, persönliche Rote Linien, die wir – im Gegensatz zur Regierung – noch immer haben. Das ist es auch, was uns von ‚denen‘ unterscheidet: Unsere Menschlichkeit. Unser Humanismus.

Es ist richtig und wichtig zu sehen, was in den letzten 2,5 Jahren erreicht wurde. Was noch erreicht werden kann. Wir werden immer wieder aufstehen. Die Stirn bieten. „I could do this all day“, sagt Captain America. Und so können uns abgekartete Gerichtsprozesse, Zensur und Hass nicht aufhalten. Sie machen uns nur stärker. Entschlossener.

Natürlich gibt es Rückschläge. Wunden, die man lecken muss. Persönliche Tragödien. Und oft genug eine allumfassende Hoffnungslosigkeit, die nur allzu verlockend mit Ruhe und Erholung lockt.

‚Carry on my Wayward son. There‘ll be peace when you are done.‘

Wir können die Welt vielleicht nicht retten – aber wir werden den Teufel tun, es nicht wieder und wieder zu versuchen.

https://t.me/lockdownviehler

Veröffentlicht von Huxley

Handwerker, Spaziergänger, Demonstrant, Aktivist "Wir wanken und wir weichen nicht"! Unser Leben vom Kopf wieder auf die Beine zu stellen, dass ist unser Ziel!

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