Rubikon: Deutschlands Scheitern

Deutschlands Scheitern

Freitag, 15. Juli 2022, 16:00 Uhr
~23 Minuten Lesezeit

Die BRD ist weltweit Schlusslicht bei der „Pandemie“-Bekämpfung — Gleiches gilt für die Einhaltung der Menschenrechte und die Verwirklichung der Demokratie. Teil 1/2.

von Ulrich Falke

Foto: TTstudio/Shutterstock.com

Deutschland generiert seit Monaten im Vergleich zum Rest der Welt die schlechtesten Zahlen im „Krieg“ gegen den unsichtbaren Corona-Feind. Steht hinter dieser desaströsen Bilanz eine Strategie? Sollen etwa hier als Erstes die für Globalisten störenden kleinen und mittelständischen Unternehmen vernichtet werden? Oder wurde das Land mit Faschismus-Vergangenheit über die Einführung der „Impf“-Pflicht zum „Musterland“ bei der Durchsetzung der totalen Kontrolle über die Masse bestimmt? Möglicherweise spricht aus all dem auch „nur“ das Vasallentum bundesdeutscher Staatenlenker gegenüber einer Politik, die man, wie es seinerzeit Kurt Tucholsky festhielt, noch immer definieren kann „als die Durchsetzung wirtschaftlicher Zwecke mithilfe der Gesetzgebung“ (1). Diesen Fragen geht der Autor nach und bezieht einmal mehr Erkenntnisse der Totalitarismus-Forscherin Hannah Arendt (1906 bis 1975) mit ein, die bereits 1949 urteilte: „Die Deutschen leben von der Lebenslüge und der Dummheit. Letztere stinkt zum Himmel“ (2).

Im selben Jahr kündigte Ahrendt in einem Brief an Karl Jaspers (1883 bis 1969), ihrem früheren Mentor und lebenslangen Freund, ihr Vorhaben an, eine „fundiertere Beurteilung des Marxismus“ zu verfassen. Sie will sich dagegen wehren, dass ihr Vergleich von Stalin und Hitler weiterhin von notorischen Anti-Kommunisten in Amerika missbraucht wird: „jeder ‚kleine Idiot‘ glaubt nachgerade, er habe das Recht und die Pflicht, auf Marx herabzusehen.“

So einfach will sie es sich nicht machen (3). „Der Weg zur totalen Beherrschung durchläuft viele Zwischenstationen, die vergleichsweise normal und verstehbar sind“, beschreibt Arendt die Stufen, die in den Totalitarismus führen (4). Gegenwärtig befindet sich Deutschland — und, in Abstufungen, andere „Pandemie“ orchestrierte Länder — in einer „Verschnaufpause“, einer Phase der „Lockdown Lockerung“, so Yann Song King (5).

Die Verletzungen der Menschenwürde und die Gängelungen durch den übergriffigen Staat, durch Diskriminierungen, Nötigungen und Gewalttätigkeiten der Polizei und Agents Provokateurs „beschränken“ sich auf Teilbereiche. So ist der Zwang zur Corona-„Impfung“ bisher für Beschäftigte bestimmter Branchen verfügt, aktuell für das medizinische und pflegerische Personal (6).

Für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr gilt, bis auf wenige Ausnahmen, die „Duldungspflicht“. Das heißt, jedes Militärmitglied muss seinen Körper, neben anderen Impfungen, auch für das gentechnische Experiment der in klinischer Versuchsphase befindlichen m-RNA-Pharmazeutika zur Verfügung stellen. Seit Februar 2022 ist in Deutschland auch der „proteinbasierte Impfstoff“ des US-amerikanischen Herstellers Novavax notzugelassen und darf „alternativ“ bei der befohlenen „Duldung“ verabreicht werden. Der gleichen „Pflicht“ zur „Impfung“ unterliegen die „Hilfs- und Katastrophenkräfte Inland“. Auch sie werden genötigt, als Probanden den Versuchsreihen der pharmazeutischen Industrie zu dienen, wollen sie weiterhin mit ihrem Beruf ihren Lebensunterhalt bestreiten (7).

Das Tragen des entmenschlichenden, gesundheitsschädigenden und umweltbelastenden Mund-Nasen-Knebels — propagandistisch als „Schutz“ verklärt — bleibt, um den Alarmzustand aufrechtzuerhalten, im deutschen „neuen Normal“ — im Unterschied zu „Rest-Europa“ — unter anderem im Öffentlichen Personen-Nahverkehr und in Arztpraxen bis auf Weiteres bußgeldbewährt verordnet (8). Über die „Rechtfertigung“ der staatlich verfügten Pflicht zur Selbstschädigung durch das Tragen des „Keimbeutels“ gilt, was Kurt Tucholsky schon vor mehr als 100 Jahren von „erkauften Professoren“, wusste, die beweisen, „daß dem so sein muß, (…)“ (9).

Auch empfehlen „Sp(r)itzen“-Politiker selbst nach mehr als zwei Jahren noch immer allen Bürgern, überall Abstand voneinander zu halten, offiziell „aus Hygienegründen“, inoffiziell um Lebensglück, Mitmenschlichkeit und Klassenbewusstsein zu verhindern. Kraft Gesetzes galten in der Arbeitswelt der BRD unter anderem „Abstandsregeln“ noch bis Ende Mai 2022.

Europäischen Menschenrechtskommissarin mahnt die Achtung von Kinderrechten an

Wie erfolglos all diese auf systematisch erzeugter Angst basierenden Maßnahmen gegen die Bevölkerung bisher schon waren, machen allein die vom Robert-Koch-Institut verbreiteten neuen „Corona-Zahlen“ deutlich. Während die Einwohnerzahl der BRD circa 1 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht, erzeugt das Schlusslicht bei der Corona-Bekämpfung rund ein Fünftel bis ein Zehntel aller „neuen Fälle“ weltweit. Der Tagespiegel fasst diese Quoten jeweils aktuell und übersichtlich zusammen. Dokumentiert wird damit zugleich: Schlechter als in Deutschland kann das Ergebnis politischen Krisenmanagements kaum ausfallen (10). Trotz Zahlentricksereien und anderen Manipulationen wie das bewusste Zurückhalten von Forschungsresultaten schwimmen der gegenwärtigen Regierung selbst die letzten Felle noch weg (11).

Warnungen, Ermahnungen und Aufforderungen an die Regierung, ihren menschenrechtsverletzenden und zugleich erfolglosen Weg zu verlassen, gab es von Ärzten, Epidemiologen, Psychologen, Juristen, von engagierten Eltern und vielen anderen Expertinnen und Experten von Anbeginn der „Krise“. An den verbohrten und selbstgerechten Politikerinnen und Politikern in Deutschland prallten diese Korrekturappelle jedoch ab.

Im Gegenteil, sie und die ihnen nach dem Munde redende Presse diffamieren und bekämpfen noch immer die das „amtliche“ Narrativ in Frage stellenden Stimmen. Diese werden, in Deutschland, nach Geheimdienstmanier, vor allem mit den Etiketten „Verschwörungstheoretiker“ oder „Corona-Leugner“ belegt, um ihnen mit dieser pauschalen, „äußeren“ Kennzeichnung ihre Glaubwürdigkeit zu nehmen, und allen anderen das bequeme „Argument“ zu liefern, sich mit deren Inhalten gar nicht erst auseinandersetzen zu müssen, was heißen könnte, differenziert abzuwägen und nachzudenken, denn: „Denken ist subversiv“, so Hannah Arendt (12).

Die Kommissarin für Menschenrechte des Europarates Dunja Mijatović kritisierte die Bundesregierung, seinerzeit vertreten durch die „Doppelministerin“ und heutige Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht, im Sommer 2021, wegen ihrer kinderfeindlichen Corona-Politik. Im europäischen Vergleich hätte Deutschland seine Schulen „besonders strikten Lockdowns“ ausgesetzt, so der Vorwurf. Mijatović ermahnte Lambrecht daher, die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu beachten. „Diese sagen klar, dass offene Schulen Kernziel der Regierungen sein sollten“ (13). Doch die Bundesregierung wusste es besser, nach dem Motto: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen!

Inzwischen steht fest: Allenfalls aus dem Scheitern des deutschen Kurses kann die Welt lernen, nämlich auf keinen Fall den Weg dieses Verlierers zu wählen.

Die Bruchlandung bei der „Pandemie“-Bekämpfung wird besonders deutlich, wenn dem durch „Nachwirkungen des totalitären Regimes“, so Hannah Arendt (14), geprägten Staat die Strategien gestandener Demokratien gegenübergestellt werden. In Europa bildet den stärksten Kontrast Schweden. Im Gegensatz zu den Deutschen haben die Schweden ihre Kinder während der „Pandemie“ in Ruhe gelassen und ihnen eine möglichst unbelastete Kindheit gegönnt. Auf „Lockdowns“ und Knebelungen per schädigender „Maske“ hat das skandinavische Land gänzlich verzichtet.

So steht Schweden seit mehr als zwei Jahren nicht zuletzt wirtschaftlich, einschließlich der deutlich geringeren Inflationsrate, sehr viel besser da als Massenwahn-Deutschland. Einschränkungen bei den sozialen Kontakten waren dort meist freiwillig und wurden lediglich empfohlen. Insgesamt erzielte die auf Evidenz und Vernunft vertrauende politische Führung vergleichsweise beste Ergebnisse (15).

Im Gegensatz dazu setzt auch aktuell wieder die politische Führung Deutschlands ganz auf das Mittel der Angst- und Panikverbreitung zum Zwecke der Beherrschung „der Masse“. Vieles spricht dafür, dass das Personal der Bundes- und der Landesregierungen zusehends Gefallen daran gefunden hat, sich „dank“ der „Pandemie“ als Möchtegern-Diktatoren aufzuführen. Verräterisch ist allein schon die von ihnen gewählte Sprache. Den Souverän sehen sie als Vieh, dem sie beliebig die „Zügel stramm ziehen“ möchten. Gegenseitig überboten sich die Bundes- und Landes„fürsten“ mit „aberwitzigsten“ Befehlen, Erniedrigungen und Entwürdigungen „ihrer Untertanen“ und „begründeten“ dieses Bombardement an Entmündigungen mit ihrer „übergroßen Fürsorge“ (16).

Zahl der Selbstmorde von Jugendlichen in Deutschland verdreifacht

Diese richteten sie vor allem, zu deren Schaden, gegen die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft, die Kinder sowie alte, kranke und pflegedürftige Menschen. Neben Vereinsamung ist ein deutlicher und zugleich, im Wortsinne, „verheerender“ Indikator für die völlig verfehlte und unempathische Politik der Anstieg psychischer Erkrankungen unter Jungendlichen bis hin zu einem Grad des Leidens, der sie in den „Freitod“ drängt. Die Zahl der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland, die das Vertrauen in eine lebenswerte Zukunft verloren hatten und in ihrer Verzweiflung Suizid begingen, hat sich während des letzten „Lockdowns“ im Vergleich zu entsprechenden Beobachtungszeiträumen der Vorjahre verdreifacht (17).

Auf Kinder und Jugendliche wirkten sich die Corona-Maßnahmen bis heute besonders negativ aus. Lehrkräfte zählen, laut einer aktuellen Befragung der Bertelsmann Stiftung, zu den größten Belastungen im Schulalltag „problematische Verhaltensweisen“ sowie „Konzentrations- und Motivationsproblemen unter den Schülerinnen und Schülern, außerdem deren großen Lehrrückstände“ (18).

Zum Symbol der Quälerei von Heranwachsenden ist in Deutschland der ihnen beinahe zwei Jahre lang verabreichte „Maulkorb“, laut Yann Song King (19) geworden — konnontiert als „Mund-Nasen-Schutz“. Unterbrochen wurde die Entmenschlichung durch die lange Zeit der staatlich verordneten Hausarreste, die „Einsperrungen“, anglizistisch verschleiert als „Lockdowns“ — speziell von Kindern mit Schließungen ihrer Schulen und zeitgleich von Jugendfreizeiteinrichtungen, Sportvereinen, Schwimmbädern, Musikschulen und allem, was Lebensfreude weckt und die Persönlichkeitsentwicklung fördert.

In Zeiten der „Zügel-Lockerung“, wo der Schulbesuch erlaubt beziehungsweise sogar wieder verpflichtend war, musste die junge Generation zur Panikaufrechterhaltung und zur Einübung bedingungslosen Gehorsams ständig die gesundheits- und umweltbelastenden „Corona-Schnelltestungen“ über sich ergehen lassen. In Berlin fand dieses erzwungene Ritual des Corona-Glaubensbekenntnisses und der kollektiven Angsterzeugung noch bis Pfingsten 2022 statt — immer in der „Gemeinde“ ihres Klassenverbandes unter der Kontrolle der zu Hygiene-Feldwebeln degradierten Lehrerinnen und Lehrer.

Die Kinder und Jugendlichen mussten sich hier, unter Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte, vor den Augen aller Anwesenden ständig mit den Nanopartikel-behafteten Popel-Stäbchen ihre Nasenschleimhäute anreißen (20) und anschließend, unter Verletzung des Datenschutzes, ihre Testergebnisse preisgeben.

Neben der Vermögensumverteilung, auf Kosten der Steuerzahler und Krankenversicherten zur Bereicherung der Pharmaindustrie, ist die Folge dieser Ausgestaltung des Hygiene-Massenwahns die Produktion von Müllbergen voller Plastik und giftiger Chemikalien. Die belasteten Flüssigkeiten und die Tonnen kontaminierten Trägermaterials hätten als Sondermüll, wie von Experten gefordert, entsprechend entsorgt werden müssen (21). In den Bildungseinrichtungen wurden die Schülerinnen und Schüler stattdessen angehalten, den giftigen Abfall sorglos in den Hausmüll zu werfen. Die „pädagogische“ Botschaft kann der Nachwuchs bei so viel Fahrlässigkeit kaum anders verstanden haben, als dass er den Umweltschutz, entgegen aller vorheriger Beteuerungen, doch nicht so ernst nehmen müsse.

Wie Altäre des neuen „wissenschaftlichen Aberglaubens“, so Hannah Arendt (22), brummt inzwischen in beinahe jedem Klassenraum Berlins, in jeder Turnhalle und in jeder Mensa mindestens ein mächtiges „Virenfilter-Gerät“ — zum Gewinn der Hersteller und der Stromerzeuger. Die lautstarken „Brummer“ schlucken aber nicht nur „ordentlich“ Strom, sondern schädigen die Atmosphäre auch unmittelbar, denn zumindest in den Unterrichtsräumen müsste eigentlich Ruhe zum konzentrierten Lernen herrschen.

Keiner der „Befehle war planlos ergangen, (…) sondern sie dienten, mit äußerster Konsequenz und Sorgfalt durchgeführt, dem Aufbau der sogenannten ‚Neuordnung‘“, beschreibt Hannah Arendt die Schritte, die in den Totalitarismus des letzten Jahrhunderts führten (23). So ist aktuell zu fragen: War der „Befehl“ zum ständigen Fensteröffnen an den Schulen schon eine Vorwegnahme dessen, was der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck mit lautem Gebrüll den Deutschen entgegenschmettert: „Frieren für die Freiheit!“ (24)?

Wer Klimaschutz will, muss zu 100 Prozent abrüsten

Ein völliges „Umdenken“ bei der Priorisierung von Zukunftsthemen verlangt die derzeitige politische Führung vor allem aber der jungen Generation durch ihre neu entdeckte Militärbegeisterung ab. Hing, so war es bis vor wenigen Monaten noch Konsens, das Schicksal Deutschlands und sogar der Bestand der ganzen Welt von dem Klima- und Umweltschutz ab, so scheint jetzt, wenn man der Bundesaußenministerin und Schummel-Autorin Annalena Baerbock zuhört, nur noch ein Ziel für die Menschheit essentiell zu sein, als sei ihr diese Formel so diktiert worden: „Russland zu ruinieren“ (25).

Auf Initiative und Beschluss der Regierung und des Deutschen Bundestags schießt der Militärhaushalt jetzt auf mehr als 50 Milliarden Euro Steuergeld in die Höhe, plus 100 Milliarden Euro „Sondervermögen“ zum Umverteilen der Steuermittel in die Kassen der Rüstungsindustrie und ihrer Aktionäre (26).

100 der rund 150 führenden transnationalen Konzerne stoßen mehr als 70 Prozent des von Menschen verursachten CO2 aus (27). Um dem Zugriff nationaler Steuerbehörden „zu entkommen“, verstecken sich diese „Dreckschleudern“ zumeist im „Tarnnetz“ des Briefkastenfirmen-Geflechts der „Vermögensoptimierer“ BlackRock und Vanguard (28).

Weltweit zweitgrößter CO2-Treiber und Umweltverschmutzer ist das Militär. Immerhin verbraucht ein Panzer rund 500 Liter Sprit auf 100 Kilometer (29), ein Kampfjet vom Typ „Eurofighter“ pro Flugstunde 3.500 Kilogramm Treibstoff. Und schon Mitte der 1980er-Jahre war zu erfahren, dass „ingesamt 25 Prozent der weltweiten Umweltverschmutzung (…) auf den Militärbereich“ zurückzuführen ist (30). Allein die US-Army hat bei ihrem, so Michael Lüders, „imperialen Feldzug seit 9/11“ (31) 1,2 Milliarden Tonnen Treibhausgase ausgestoßen (32).

Mehr als acht Billionen US-Dollar Steuermittel haben die USA und ihre Nato-Verbündeten in den „Krieg gegen den Terror“ „investiert“ mit der Folge hunderttausender Toter und der kompletten Zerstörung zuvor teils prosperierender Staaten, um „Regimewechsel“ herbei zu bomben und „abtrünnige Schurken“ auf der „Achse des Bösen“ durch korrupte Vasallen nach westlichem Vorbild zu ersetzen und damit diese Staaten in den Abgrund zu stürzen (33).

Als „böse“, nach Vorgaben aus den USA, gelten Staaten oder auch einzelne Staatsführer, die speziell in Afrika „in Serie“ starben, die sich von dem durch den US-Dollar als Leitwährung bestimmten Geldsystem befreien und sich dem postkolonialen Beutezug westlicher Konzerne zur Ausnutzung von Arbeitssklaven und Plünderung ihrer Bodenschätze und Agrarflächen entgegenstellen (34).

Hannes Hofbauer, österreichischer Verleger und Buchautor, analysiert: „Wo immer der Dollar in Gefahr stand, seine Monopolfunktion als internationales Zahlungsmittel zu verlieren, waren US-Marine und Nato-Einheiten zur Stelle, um den Glauben an ihn wiederherzustellen.“ So war es im Krieg gegen Irak mit wahrscheinlich mehr als einer Million Kriegstoten. Und so deutet Hofbauer auch den westlichen Angriff auf Libyen 2011 als „Beseitigung eines Dollar-Abtrünnigen. Revolutionsführer Muammar Gaddafi war drauf und dran, seine Pläne für einen afrikanischen Gold-Dinar zu verwirklichen“ (35).

Der Theologe und Psychoanalytiker Eugen Drewermann warnt seit Jahren: Die Nato ist „kein Verteidigungsbündnis, sie ist das aggressivste Bündnis, das die Menschheit je gesehen hat“. Überall da, wo sie „nicht hingehört, steht sie heute“. Sie hat „inzwischen sieben islamische Staaten bis in den Ruin bombardiert“ (36).

Eines dieser ruinierten Länder ist Afghanistan. Der 20-jährige Krieg der USA gegen diesen muslimischen Staat, und im Gefolge ihrer Nato-Verbündeten, darunter deutsche Einheiten, die dort ebenfalls Kriegsverbrechen an Zivilisten begingen (37), endete 2021 bekanntermaßen mit dem militärischen Desaster der Nato und dem Sieg der Taliban. Mehr als hunderttausend Menschen, überwiegend Zivilisten, verloren ihr Leben. Die andere Seite der „Medaille“: Allein die US-amerikanischen Steuerzahler kostete der unter der Bezeichnung „Dauerhafte Freiheit“ geführte Krieg rund 2,2 Billiarden US-Dollar. Von der „Kriegskasse“ profitierte allerdings nicht allein der militärisch-industrielle Komplex, sondern, so Lüders, 800 Milliarden US-Dollar dieser Summe verschwanden spurlos auch „in dunklen Kanälen (…) auf den Konten von Warlords, Politikern, Drogenbaronen in irgendwelchen Steueroasen“ (38).

Heute geben die Staaten der Welt sechsmal so viel für das Militär aus wie für den Klimaschutz (39). „Spitzenreiter“ bei diesem Missverhältnis ist jetzt Deutschland.

Noch vor der Erhöhung des „Wehretats“ betrug die Relation 22 zu 1 (40). Heute wird das Verhältnis, überschlagen, bei 50 zu 1 liegen. Die Journalistin Anne Rieger beruft sich auf Analysen von „sciences4future“ und kommt zu dem Schluss: „Es ist offensichtlich, nur mit dramatischer Abrüstung sind globale Nachhaltigkeit, Klima- und Ressourcenschutz möglich“ (41). Und: „Wer auch nur im Geringsten beim Klimaschutz glaubhaft sein will, muss ohne Wenn und Aber abrüsten. Und zwar zu 100 Prozent“ (42).

Die Dividenden steigen, die Proletarier fallen!

Dabei hätten zumindest die Abgeordneten der sozialdemokratischen Fraktion bei ihrem Votum für Krieg und Militär die Einsichten des „Architekten“ der früheren Entspannungspolitik Egon Bahr (1922 bis 2015) beherzigen können. Bahr war wichtig, schon Schülerinnen und Schüler beizubringen, dass es in der Außenpolitik „nie um Demokratie oder Menschenrechte“ geht, sondern: „Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt“ (43).

Bereits mehr als 100 Jahre zuvor wusste die Autorin und spätere Diplomatin und Außenministerin Russlands Alexandra Kollontai (1872 bis 1952):

„Der Krieg wird geführt für das Recht der Großmächte, noch mehr fremde Völker zu unterdrücken, noch mehr Kolonien zu rauben. Den Krieg führen Räuber um die Teilung der Beute“ (44).

Die Kosmopolitin, Frauenrechtlerin und Revolutionärin kannte als Ausweg:

„Wer den Frieden will, wer den verbrecherischen Krieg satthat, der gehe in die Reihen der Kämpfer nicht mit dem auswärtigen, sondern mit dem inneren Feind des Volkes. Der sage sich: Besser als zu sterben zum Ruhme der Herren Krestnowik, Putilow, Rot(h)schild, Krupp, Gutschkow und ihrer ehrenwerten Gesellschaft, ist doch sein Leben hinzugeben für die Freiheit seines Volkes, für das Recht der Arbeiterklasse! (… ) Dieser Feind ist der Kapitalismus“ (45).

Ihre Zeit- und zeitweise Kampfgenossin Rosa Luxemburg (1871 bis 1919) „verdichtete“ diese Erkenntnisse zu der Formel: „Die Dividenden steigen, die Proletarier fallen!“ (46).

Von solcher Klarheit ist die heutige Sozialdemokratie mit ihren trüben Verstrickungen meilenweit entfernt, ganz zu schweigen von der Kriegstreiberpartei „Bündnis 90/Die Grünen“, die in ihrer Gründungsphase tatsächlich einmal für Abrüstung, Friedenserhalt, Menschenrechte und Umweltschutz eingetreten war (47).

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Kriegerisch wirkten in der aktuellen deutschen „Neuordnung“ auch schon die Kampfeinsätze der Polizei gegen friedliche Demonstranten, die sich dem „Hirngespinst“, so Hannah Arendt, (48) vom „Killervirus“ und der „Pandemie“ — nach Neudefinition der von Pharma-Konzernen gesteuerten WHO (49) — sowie den mit dem „Seuchen-Notstand“ „begründeten“ Menschenrechtsverletzungen des Staates widersetzen. In Folge der „Polizeieinsätze“ und in „Polizeigewahrsein“ sind bereits zwei Demonstranten gestorben (50).

mehr dazu:

https://www.rubikon.news/artikel/deutschlands-scheitern

Ulrich Falke

Ulrich Falke ist Publizist in Berlin und hat unter anderem für das Bundesforschungsministerium geschrieben. Er war Mentor für Politikwissenschaft an der Fernuniversität Hagen und an der Humboldt-Universität, Berlin. Seit einigen Jahren arbeitet er außerdem in Berlin als Familientherapeut und als DaZ-Lehrer für Integrationskurse mit dem Fach Deutsch als Zweitsprache.

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