Julian Assange als Antwort auf verlogene Doppelmoral

Von Ped

Jun 15, 2022 Collateral Murder, Irak-Krieg, Julian Assange, Kriegsverbrechen

Politik und Medien winden sich in unanständig schlüpfriger Art und Weise um einen Skandal sondersgleichen herum.


Während die Meinungsführerschaft in diesem Land gar nicht oft genug betonen kann, dass es sich beim Konflikt in der Ukraine um einen brutalen, russischen Angriffskrieg handeln würde, ist ihnen eine ähnlich geartete Begrifflichkeit nie eingefallen, wenn NATO-Staaten unter Verletzung aller denkbaren Menschen- und Völkerrechte ihre angeblich legitimen Interessen mit Waffengewalt durchsetzten — und zwar weltweit. Nur: Wer A sagt, muss auch B sagen. Wer vom russischen Angriffskrieg redet, muss auch von den brutalen US-Angriffskriegen reden.


Wer dazu in Politik in Medien nicht in der Lage ist, der entlarvt sich als Heuchler, als öliger Opportunist, der gekonnt mit dem machthabenden Zeitgeist schwimmt.

Am 23. Mai des Jahres stieß ich auf einen bemerkenswerten Beitrag in der den Massenmedien zuzuordnenden Berliner Zeitung. Dieser Beitrag befasste sich mit Julian Assange und titelte mit: Wo ist die mediale Empörung (1)? Es ist ein lobenswerter wie einsamer Ausreißer im dröhnenden Schweigen der Medien.

Warum genau sitzt Julian Assange in einem Londoner Hochsicherheitsgefängnis in Einzelhaft?

Unter anderem deshalb, weil er im Jahre 2010 über seine Enthüllungsplattform Wikileaks ihm zugespielte, geheime US-Dokumente veröffentlichte.

Welchen Grund gab es eigentlich für die US-Regierung, diese Dokumente mit einem solch geheimen Status zu versehen?

Weil der Inhalt der Dokumente auf eben Jene zeigt.

Von ARD-Tagesschau und Co. „informierte“ Zeitgenossen, könnten sich möglicherweise nur so etwas vorstellen: Eine angeblich vom Bundesnachrichtendienst aufgezeichnete Kommunikation russischer Militärs „beweist“, dass „die Russen“ Greueltaten, zum Beispiel im ukrainischen Butscha begangen hätten. Sehr investigativ, nicht wahr? Diesen Bullshit haben jedenfalls alle Massenblätter, ohne Ausnahme unters Volk gebracht.

Enthüllungsjournalisten, welche tatsächliche Beweise für von den Russen geheimgehaltene russische Kriegsverbrechen liefern würden, hätten bei den Meinungsführern hierzulande den Heldenstatus sicher.

Aber es gibt die Helden nicht. Es gibt keinerlei beweiskräftige Dokumente, dass die Russen für ein „Massaker“ im ukrainischen Butscha verantwortlich wären. Auch nicht, dass sie wahllos Jagd auf Menschen, auch auf Zivilisten machen würden.

Aber wenn geheimgehaltene Informationen über solche Verbrechen durch mutige Menschen in das Scheinwerferlicht der weltweiten Öffentlichkeit gezerrt werden, verdienten sie dafür doch auf jeden Fall allergrößten Respekt, Schutz und Unterstützung, oder nicht? Halten diese Menschen damit nicht die immer wieder hochgelobten Werte der angeblichen Musterdemokratien hoch, von der die führenden Politiker dieses Landes so gern schwadronieren?

Wenn Verbrechen vertuscht werden sollen, ist es eine vorbildliche Vorgehensweise, diese Verbrechen aufzudecken und die Täter zur Verantwortung zu ziehen.

Nur sind unsere Musterdemokratien leider gezeichnet durch bodenlose Doppelmoral, gepaart mit einer Unaufrichtigkeit, die einem die Sprache verschlagen kann.

Denn Julian Assange wird ganz ohne Zweifel wie ein Schwerverbrecher behandelt, weil er schwere Verbrechen öffentlich gemacht hat!

Verbrechen unter dem Hammer des US-Militärs dürfen nicht offengelegt werden. Das ist nicht im nationalen Interesse der USA — sagt man. Das ist Landesverrat — behauptet man. Allerdings ist es doch so, dass jene, die Verbrechen und Verbrecher decken, ja überhaupt erst das Feld dafür bereiten, ihrerseits Verbrecher sind. Und sie haben Macht, diese Verbrecher, große Macht. Die Welt steht — nicht erst seit heute — auf dem Kopf.

Was sind das für Verbrechen, die man versuchte unter der Decke zu halten. Die aber von außerordentlich mutigen Menschen öffentlich gemacht wurden. Wofür diese Menschen jetzt von den Verbrechern gejagt, inhaftiert und gefoltert werden?

Die folgenden Minuten möchten einen Eindruck geben, wie in einem ganz normalen Krieg der USA, tausende Kilometer von den eigenen Grenzen entfernt, Verbrechen geschehen. Wie sich der Kriegsalltag darstellt, wenn man fremde Nationen, Ethnien, Kulturen, Gesellschaften vorgibt, durch Krieg zu befrieden.

Nun also das verkürzt wiedergegebene Transskript der Gespräche einer Besatzung eines Apache-Kampfhubschraubers, während eines Einsatzes im irakischen Bagdad am 12. Juli 2007, bei dem unter anderem zwei irakische, für Reuters arbeitende Mitarbeiter sowie mehrere Zivilisten ums Leben kamen und zwei Kinder verletzt wurden.

Die Angaben links zeigen die Zeit ab Beginn des Einsatzes. Er dauerte insgesamt 45 Minuten. Entlarvend wie beklemmend ist der sprachliche Rahmen, innerhalb dessen die Soldaten ihrem Kriegshandwerk nachgingen. Begeben wir uns für knapp zehn Minuten in den Krieg der Worte, der das Grauen nur ahnen lässt.


„[…]
02:23 Ja, wir hatten einen Mann, der geschossen hat und jetzt ist er hinter dem Gebäude.
02:26 Gott verdammt.
02:28 Uh, negativ, er war, uh, direkt vor dem Bradley. Uh, etwa da, auf „ein Uhr“.
[…]
02:43 Du bist „Clear“ [Du hast Feuererlaubnis].
02:44 Alles klar, schieße.
02:47 Sag Bescheid wenn du sie erwischt hast.
02:49 Lasst uns schießen.
02:50 Fackel sie alle ab.
02:52 Komm schon, schieß!
02:57 Weiterschießen, weiterschießen.
02:59 Weiterschießen.
03:02 Weiterschießen.
03:05 Hotel.. Bushmaster Zwei-Sechs, Bushmaster Zwei-Sechs, wir müssen uns bewegen, es ist Zeit.
03:10 Alles klar, wir haben gerade auf alle 8 Individuen geschossen.
03:12 Ja, wir sehen zwei Vögel und wir schießen immer noch.
03:14 „Roger“.
03:15 Ich hab sie.
03:16 Zwei-Sechs, hier spricht Zwei-Sechs, wir sind mobil.
03:19 Oops, entschuldigung, was war los?
03:20 Gott verdammt, Kyle.
03:23 Alles klar, hahaha, ich hab sie erwischt …
03:28 Uh, du bist „Clear“.
03:30 Alles klar, ich versuche nur weitere Ziele zu finden.
03:38 Bushmaster Sechs, hier spricht Bushmaster Zwei-Sechs.
03:40 Hab da einen Haufen Leichen liegen.
03:42 Alles klar, wir haben etwa, uh, acht Individuen.
03:46 Ja, wir haben einen Typen rumkriechen da unten, aber, äh, weißt du, wir haben definitiv was.
03:51 Wir schießen noch ein bisschen weiter.
03:52 „Roger“.
03:56 Hey, Du schießt, ich werde reden.
03:57 Hotel Zwei-Sechs; Crazyhorse Eins-Acht.
04:01 Crazyhorse Eins-Acht; hier spricht Hotel Zwei-Sechs. „Over“.
04:03 „Roger“. Zur Zeit ca. 8 Individuen unter Feuer, äh, getötet im Gefecht, äh RPGs und AK-47s.
04:12 Hotel Zwei-Sechs, Du musst Dich zu dieser Stelle begeben, wenn Crazyhorse fertig ist und Bilder machen. „Over“.
[…]
04:31 Oh ja, schau Dir diese toten Bastarde an.
04:36 Hübsch.
04:37 Zwei-Sechs; Crazyhorse Eins-Acht.
04:44 Hübsch.
04:47 Guter Schuss.
04:48 Danke.
[…]
05:03 Crazyhorse Eins-Acht; Bushmaster Sieben. Mach weiter.
05:06 Bushmaster Sieben; Crazyhorse Eins-Acht. Äh, Koordinaten der Leichen, Mike-Bravo fünf-Vier-fünf-Acht Acht-Sechs-Eins-Sieben.
05:15 Hey, gut ..
[…]
05:30 Da unten bewegt sich noch einer, aber er ist, äh, verwundet.
05:35 Alles klar, wir sagen ihnen Bescheid, damit sie sich beeilen koennen und hierher kommen.
05:40 Eins-Acht, wir haben außerdem ein Individuum, äh, sieht verwundet aus, versucht wegzukriechen.
05:49 „Roger“, wir werden uns dar unter begeben.
05:51 „Roger“, wir stellen das Feuer ein.
05:54 Ja, wir werden nicht mehr schießen.
06:01 Er steht auf.
06:02 Vielleicht hat er eine Waffe in seiner Hand?
06:04 Nein, ich habe noch keine gesehen.
06:07 Ich sehe, ihr habt den Typen da, der auf dem Rinnstein kriecht.
06:08 Ja, ich hab ihn. Ich habe zwei Schuss in seine Nähe gesetzt, und ihr habt auch dahin geschossen, also, äh, wir werden sehen.
06:14 Ja, „Roger“ dafür.
[…]
06:33 Komm schon, Kumpel.
06:38 Alles was du tun musst, ist eine Waffe aufheben.
[…]
06:54 Hier ist Zwei-Sechs. „Roger“. Ich werde Leuchtsignale absetzen. Wir haben auch ein Individuum, das sich bewegt. Wir suchen nach Waffen. Wenn wir eine Waffe entdecken, werden wir schießen.
07:07 Ja Bushmaster, Wir sehen einen Transporter rankommen und die Leichen einsammeln.

[… Spätestens ab dem Folgenden ist es nur noch ein wüstes Gemetzel, ein Abschlachten wehrloser Zivilisten]
07:14 Wo ist der Transporter?
07:15 Genau da unten bei den Leichen.
07:16 Ok, ja.
07:18 Bushmaster; Crazyhorse. Wir sehen Individuen, die sich der Szene nähern, sieht aus wie möglicherweise zum Leichen und Waffen einsammeln.
07:25 Lasst mich eingreifen.
07:28 Kann ich schießen?
07:31 „Roger“. „Break“. Äh, Crazyhorse Eins-Acht erbittet Erlaubnis zu feuern.
07:36 Sammeln sie die Verwundeten ein?
07:38 Ja, wir versuchen eine Erlaubnis zum Feuern zu bekommen.
07:41 Kommt schon, lasst uns schießen!
07:44 Bushmaster; Crazyhorse Eins-Acht.
07:49 Sie nehmen ihn mit. [den Verletzten]
07:51 Bushmaster; Crazyhorse Eins-Acht.
07:56 Hier spricht Bushmaster Sieben, legt los.
07:59 „Roger“. Wir haben ein schwarzes SUV, dass die Leichen einsammelt. Erbitte Erlaubnis zu schießen.
08:02 Scheiße.
08:06 Hier spricht Bushmaster Sieben, „Roger“. Hier spricht Bushmaster Sieben, „Roger“. Schießt.
08:12 Eins-Acht, Feuer.
[…]
08:36 Ich hab sie.
08:41 Bin am feuern.
08:42 Hier spricht Bushmaster Vierzig, habt ihr eine [… Schadensschätzung] fuer den Truck? „Over“.
09:58 Euer führender Bradley ist gerade nach Süden auf die Straße abgebogen, wo das ganze Gefecht stattfand. [„die“ nennen das „ein Gefecht!“]
10:03 Sollte ein Transporter in der Mitte der Straße sein, mit etwa 12 bis 15 Leichen.
10:11 Oh ja, schaut euch das an. Genau durch die Windschutzscheibe!
10:14 Ha ha!
10:16 Alles klar. Da waren etwa vier bis fünf Individuen in diesem Fahrzeug, ich zähle also ca. zwölf bis fünfzehn.
10:24 Ich wuerde sagen, das ist eine ziemlich genaue Schätzung soweit.
10:27 „Roger“ dazu.
[…]
10:56 Ich glaube wir haben sie alle umgelegt.
10:58 Das stimmt, gut so.
11:11 Hey, ja, „Roger“, ich weise dich darauf hin, dass da ein paar Typen mit AK’s hinter dem Dreckhaufen da rauskamen.
11:19 Wir haben auch ein paar RPG’s erfasst, äh, vorhin, also, äh, stell sicher das Deine Männer die Augen offen halten.
11:26 „Roger“.
[…]
15:26 Crazyhorse Eins-Acht; hier spricht Hotel Zwei-Sechs.
15:28 Ja, Zwei-Sechs. Eins-Acht, Ich wollte nur auch noch sicher stellen, dass Du weißt, dass wir einen Typen da hatten, der mit einer RPG um die Ecke auftauchte und sich fertig machte, auf Deine Lokation zu schießen. [Möglicherweise bezieht sich das auf den getöteten Kameramann von Reuters, dessen Kamera samt Objektiv wahrscheinlich mit einer RPG verwechselt wurde.]
15:36 Deshalb haben wir, äh, Erlaubnis zum feuern angefordert.
15:40 Ok, „Roger“ dafür. Tango-Mike.
[…]
16:49 „Roger“, Verstanden, ich habe hier, äh, elf irakische Getötete im Gefecht. Ein kleines verwundetes Kind. „Over“.
16:57 „Roger“. Verdammt. Ach naja.
17:04 „Roger“, wir müssen, wir müssen, äh, dieses Kind evakuieren. Ah, sie hat eine, äh, sie wurde am Bauch verwundet.
17:10 Ich kann hier gar nichts machen. Sie muss evakuiert werden. „Over“.
[…]
17:46 Gut, es ist ihre Schuld das sie ihre Kinder mit in den Kampf bringen.
17:48 Das stimmt.
[…]
18:29 Ich glaube, die sind gerade über eine Leiche gefahren.
18:31 Hey hey!
18:32 Yeah!
18:37 Vielleicht war es eine optische Täuschung, aber es sah so aus. [es war keine optische Täuschung, tatsächlich war ein US-Panzer über diesen Menschen gerollt]
18:41 Naja, die sind tot, von daher.
[…]
20:14 „Roger“, wir haben ein kleines Mädchen, das evakuiert werden muss. Wie ist eure Lokation? „Over“.
[…]
20:55 Hey, äh, ich brauche die Brads für schnelle Hilfe. Habe ein verwundetes kleines Mädchen. Wir müssen sie wegbringen.
[… Mehrere Minuten später]
27:11 Sechs ruft Sechs Romeo. Kannst Du Batallion Bescheid geben, dass zwei zivile verwundete Kinder im Bradley auf dem Weg zur Basisstation sind? „Over“.
[…]
27:32 Copperhead White Sechs; hier spricht Bushmaster Sechs Romeo, „Over“.
27:36 Verstanden, dies ist eine Absage der Evakuierung der zwei, ah, zivilen, ah, Kinder zu, ah, wir werden die irakische Polizei einbinden. Sie können die da rüber bringen. „break“. Die irakische Polizei wird sie in ein örtliches Krankenhaus bringen. „Over“.
[…]

30:15 „Roger“, Ich kann, äh, Handfeuerwaffen aus Deinem Gefechtsgebiet hören, auf zwei null null null, äh, ca. dreihundert Meter von diesem Ziel, „Over“
30:27 Crazyhorse; ich habe verstanden Handfeuerwaffen auf zwei null null null Grad in ca. 200 Meter.

[…]
31:08 „Roger“, hab ein weiteres Individuum mit einer Waffe.
31:10 Verdammt, die sind im selben Gebäude.
[…]
31:30 Wir koennen eine Rakete reinjagen.
31:31 Wenn ihr Lust habt, könnte, äh, Crazyhorse Eins-Acht eine Rakete in das Gebäude jagen.
31:46 Es ist ein dreieckiges Gebäude. Scheint verlassen zu sein.
31:51 Ja, sieht aus als sei es im Bau, verlassen.
31:52 Scheint verlassen, im Bau. [es war von drei Familien bewohnt]
31:56 Äh, wie ich gesagt habe, sechs Individuen aus unserem frueheren Gefecht sind dort hineingegangen.
32:01 Crazyhorse Eins-Acht; hier spricht Bushmaster Sechs Romeo. Wenn ihr die Individuen mit Waffen in diesem Gebäude positiv identifiziert habt, macht weiter und beschießt das Gebäude. „Over“.
32:08 Crazyhorse One-Eight; wir werden von Norden nach Süden kommen und mit Hellfires [Raketen] feuern.
32:13 Alles klar, ich mache das manuell.
32:17 Alles klar, wir haben Erlaubnis das Feuer zu eröffnen…
[…]
33:33 Da sind mehr Individuen da drin.
[…]
34:16 Du hast Freigabe.
34:17 Ich schieße.
34:26 Ziel getroffen.
[…]
34:50 Hey, äh, wir werden warten bis sich der Rauch verzogen hat.
34:52 Ja Crazyhorse Eins-acht, jetzt. Wir werden noch eine Rakete in das Gebäude schießen.
34:57 Ja, ist sie, äh, ins Gebäude gegangen? Ich sehe die Wand ist total weggeschossen.
34:59 Ja, sie ging rein.
35:01 Bushmaster Sechs-Romeo; hier spricht Hotel Zwei-Sechs. Ja, „Roger“, das war Crazyhorse der mit einer Hellfire geschossen hat.“Over“.
35:10 Ja, „Roger“, Ich hab ein Ziel, wenn du willst.
35:12 Schieß los.
35:13 Du willst, dass wir schießen?
35:18 Bist du bereit?
35:19 Ja.
35:20 Bushmaster Sechs Romeo. Sie werden noch eine weitere Hellfire in das Gebäude schießen.

[…]

36:34 Komme von links, „backscatter“.
36:49 ich schieße.
36:53 Da geht sie! Schau Dir an, wie dieses Miststück fliegt!
36:56 Krawumm!
37:03 Ach, wunderbar.
37:07 Brauche etwas mehr Platz.
37:09 Hübsche Rakete.
37:11 Sieht sie gut aus?
37:12 Süß!
37:16 Äh, bist du bereit?
37:18 „Roger“.
37:30 Da ist eine ganze Menge Staub.
37:36 Crazyhorse Eins-Acht; hier spricht Hotel Zwei-Sechs. Gab es eine Schadensabschätzung?
37:40 Hier spricht Crazyhorse Eins-Acht. Warte ab, feuere eine weitere Hellfire [Rakete].
37:43 Alles klar.
[…]
38:09 „Roger“, Gebäude zerstört. Beschossen mit drei Hellfire Raketen.“ (2 bis 4)


Ende des Protokolls.

Halten wir inne, gedenken wir der Toten.

Wer das Video, mit der Kameraperspektive des Kampfhubschraubers gesehen hat, wird Schwierigkeiten haben, bei den Menschen, auf die die Besatzung geschossen hatte, Waffen zu erkennen. Das war kein Kampfeinsatz sondern ein Abschlachten, durch Leute, die in diesem Land einen Dreck zu suchen hatten.

Wer einigermaßen über die US-Besatzung des Irak Bescheid weiß, der weiß auch, dass diese Besatzung ein Verbrechen war, gefolgt auf einen brutalen Angriffskrieg, begründet mit Lügen über Lügen, in einem Land auf einem anderen Kontinent.

Die Verbrechen der US-Soldaten im Irak stehen unter dem Schirm der monströsen Verbrechen der US-Regierung, ihrer Militärs und derer Verbündeten. Wer hat sie jemals dafür sanktioniert?

Und weil Julian Assange und Chelsea Manning diese unfassbar verlogene Heuchelei des Wertewestens mit einem Schlag offengelegt hatten, musste alles getan werden, dies wieder hinter einem riesigen Propagandavorhang zu verstecken.

Chelsea Manning, über die Wikileaks in den Besitz des brisanten Videos kam, hatte das Material übrigens ursprünglich den „Qualitätsmedien“ in den USA angeboten, namentlich der New York Times und der Washington Post. Die dortigen „Investigativen“ zogen den Schwanz ein, und lehnten ab. Und nicht verwunderlich, ist auch keiner der Mörder in Uniform je vor ein Gericht gestellt worden.

Wikileaks prüfte das Material gründlich und handelte damit journalistisch vorbildlich. Kristinn Hrafnsson reiste als Investigativjournalist in den Irak. Er suchte und fand Betroffene, prüfte die Details. Erst danach wurde das Video veröffentlicht (5).

Was nun tun?

Vergessen wir nichts und geben wir all jenen vermeintlichen Gutmenschen, die sich im Falle des jüngsten Konflikts in der Ukraine vor moralischer Entrüstung kaum einbekommen, die sich in ihrer eigenen verlogenen Moral suhlen, etwas zum Nachdenken. Es sind nur zwei Worte: Julian Assange.

Bitte bleiben Sie achtsam, liebe Leser

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