Internationaler Vertrag zur Pandemieprävention und ‑vorsorge

Aktuelles

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Wenn eine Pandemie zuschlägt, ist jeder in Gefahr.

Weltgesundheitsversammlung für Aufnahme von Verhandlungen zu Übereinkommen zur Pandemiebekämpfung

Am 1. Dezember 2021 haben sich die 194 Mitglieder der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) auf den Beginn des Prozesses der Ausarbeitung und Aushandlung eines Übereinkommens, einer Vereinbarung oder eines anderen internationalen Instruments im Rahmen der Satzung der Weltgesundheitsorganisation zur Stärkung der Pandemieprävention, -vorsorge und -reaktion geeinigt.

Nun wird ein Verhandlungsgremium auf der Ebene der Regierungen eingesetzt, das seine erste Sitzung bis zum 1. März 2022 (zur Vereinbarung von Arbeitsverfahren und Fristen) und seine zweite Sitzung bis zum 1. August 2022 (zur Erörterung der Fortschritte einer Arbeitsfassung) abhalten wird. Es wird anschließend der 76. Weltgesundheitsversammlung im Jahr 2023 einen Fortschrittsbericht mit dem Ziel vorlegen, das Instrument bis 2024 zu verabschieden.

Warum ein internationales Pandemie-Instrument?

Illustration: towards an international treaty on pandemics.

Die COVID‑19-Pandemie ist eine globale Herausforderung. Keine einzelne Regierung oder Organisation kann die Bedrohung durch künftige Pandemien alleine bewältigen.

Ein Übereinkommen, eine Vereinbarung oder ein anderes internationales Instrument ist völkerrechtlich rechtsverbindlich. Ein Übereinkommen zur Pandemieprävention, -vorsorge und -reaktion unter dem Schirm der Weltgesundheitsorganisation (WHO) würde es Ländern auf der ganzen Welt ermöglichen, ihre nationalen, regionalen und globalen Kapazitäten sowie ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber künftigen Pandemien zu stärken.

Ein solches Instrument würde auch

  • ein stärkeres, nachhaltiges und langfristiges politisches Engagement auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs der Welt gewährleisten
  • klare Verfahren und Aufgaben festlegen
  • langfristige öffentliche und private Unterstützung auf allen Ebenen ausweiten
  • die Integration von Gesundheitsfragen in allen relevanten Politikbereichen fördern

Wir müssen ein Umfeld schaffen, in dem sich alle Forschenden, Fachkräfte im Gesundheitswesen und die Regierungen für eine gemeinsame Sache zusammenschließen und gemeinsam an neuen Lösungen arbeiten können, um zu schützen, was am wertvollsten ist – unsere Gesundheit und unser Leben.Der Präsident des Europäischen Rates Charles Michel auf dem Weltgesundheitsgipfel, 25. Oktober 2021

Wozu dient ein internationales Pandemieübereinkommen?

Der Vorschlag für ein internationales Instrument zur Pandemieprävention, -vorsorge und -reaktion beruht auf dem Geist der kollektiven Solidarität, der in den Grundsätzen der Fairness, Inklusivität und Transparenz verankert ist.

Weder einzelne Regierungen noch die Weltgemeinschaft können Pandemien vollständig verhindern. Die internationale Gemeinschaft muss jedoch noch viel besser auf mögliche künftige Pandemien vorbereitet sein und während des gesamten Erkennungs-, Warn- und Reaktionszyklus noch koordinierter handeln.

Mit dem Instrument würden die Ziele und Grundprinzipien festgelegt, um die notwendigen kollektiven Maßnahmen zur Bekämpfung von Pandemien zu strukturieren.

Mit einem internationalen Übereinkommen, einer Vereinbarung oder einem anderen internationalen Pandemie-Instrument würden folgende Bereiche schwerpunktmäßig gefördert:

  • Früherkennung und Prävention von Pandemien
  • Widerstandsfähigkeit gegenüber künftigen Pandemien
  • Reaktion auf künftige Pandemien, insbesondere durch Gewährleistung eines universellen und gleichberechtigten Zugangs zu medizinischen Lösungen wie Impfstoffen, Arzneimitteln und Diagnostika
  • ein stärkerer internationaler Rahmen für den Gesundheitsbereich mit der WHO als koordinierender Behörde für globale Gesundheitsfragen
  • das Konzept „Eine Gesundheit“, bei dem die Gesundheit von Menschen, Tieren und unserem Planeten miteinander verbunden werden

Konkret kann ein solches Instrument die internationale Zusammenarbeit in einer Reihe vorrangiger Bereiche wie Überwachung, Warnungen und Reaktion, aber auch allgemein das Vertrauen in das internationale Gesundheitssystem stärken.

Abbildung: 10 Anreize und Vorteile eines internationalen Pandemievertrags

Was sind die wichtigsten Anreize und Vorteile?

Bessere Überwachung von Pandemierisiken

Die Überwachung von Risiken und insbesondere der Wissensaustausch über neue Infektionskrankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden, sind für die Prävention künftiger Pandemien von entscheidender Bedeutung.

Dies könnte durch Folgendes erreicht werden:

  • erhöhte Labor- und Überwachungskapazitäten zur Ermittlung von Tierseuchen in allen Ländern
  • verbesserte Zusammenarbeit zwischen Forschungszentren weltweit
  • bessere Koordinierung der internationalen Finanzierung von Kernkapazitäten

Besseres Warnsystem

Die Einführung von mehr Warnstufen, die dem Ausmaß der Gesundheitsbedrohungen entsprechen, würde es ermöglichen, dass Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit präziser kommuniziert werden. Dies würde die Transparenz und Legitimität restriktiver oder gesundheitsbezogener Maßnahmen erhöhen.

Mit digitalen Technologien und innovativen Instrumenten für die Erfassung und den Austausch von Daten sowie mit Vorhersageanalysen können die Echtzeit-Kommunikation sowie Frühwarnungen unterstützt werden, was wiederum eine raschere Reaktion ermöglichen dürfte…..

mehr dazu:

https://www.consilium.europa.eu/de/policies/coronavirus/pandemic-treaty/

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