reitschuster.de: Vergeben, verzeihen, verdrängen Wie werden wir weiter zusammenleben im „Corona-Psychotop“?

VERÖFFENTLICHT AM 08. Mai 2022

Ein Gastbeitrag von Dr. Bodo Neumann

Nach über zwei Jahren „Pandemie“ hat es den Anschein, dass das Corona-Narrativ anfängt gesellschaftlich zu diffundieren, sprich sich mit anderen Themen zu durchmischen und sich auflöst, ohne dass auch nur im Ansatz eine Aufarbeitung in Sicht wäre. 

Gerade hier in Deutschland gibt es kaum eine Institution, die nicht Schuld auf sich geladen hat. Medien, Politik, Wissenschaft, Ärzteschaft, Kirchen, das Rechtssystem und große Teile der Wirtschaft stehen hier insbesondere im Fokus. Die Lehre aus über zwei Jahren gesellschaftlichen Versagens in der Pandemie ist, dass die nötigen Impulse zur Aufarbeitung nur aus der Zivilgesellschaft selbst kommen können und nicht durch die Institutionen mit ihren Akteuren. Diese Kraft kann die Gesellschaft aber nur entwickeln, wenn sie ihre Spaltung überwindet. Dass die Spaltung unseres Landes mit politischen Mitteln forciert wurde, ist unbestritten evident.

Das „Corona-Psychotop“

Die gesellschaftliche Spaltung zu überwinden dürfte nicht einfach werden, da sich in den letzten zwei Jahren ein „Corona-Psychotop“ entwickelt hat. Der Architekt Richard Neutra beschäftigte sich im frühen 20. Jahrhundert mit dem Phänomen der Wirkung einer Umgebung auf die Psyche eines Menschen. In bestimmten uns umgebenden Strukturen verspüren wir bestimmte positive oder negative Emotionen, Gedanken, Assoziationen. Neutra prägte so den Terminus „Psychotop“, den auch der Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich (1965) aufgriff. 

Durch die Diffamierung, Stigmatisierung und Etikettierung von ungeimpften Personen und Maßnahmenkritikern in allen gesellschaftlichen Bereichen in Deutschland, haben sich eine Umgebung und eine Struktur gebildet, die eine sehr negative gesellschaftliche Stimmung ausgelöst haben. Wie in einem Biotop kann es auch im Psychotop Kipppunkte geben, die ab einem bestimmten Punkt auch durch beste Gegenmaßnahmen nicht mehr aufgehalten werden können. 

Es ist daher ein Plädoyer für einen systemischen Zugang zu komplexen gesellschaftlichen Aufgabenstellungen und Problemen. Es geht um ein Denken in Zusammenhängen, bei dem insbesondere die Beziehungen zwischen Problemelementen und ihre Wechselwirkungen untereinander in den Blick genommen werden und die Ursachen für Probleme nicht bei den Teilen, sondern im Zustand des Systems gesehenwerden. Das „Corona-Psychotop“ kann als soziales System betrachtet werden. Soziale Systeme sind insbesondere Kommunikationssysteme. Was das System aufrechterhält, ist aber nicht die Kontinuität der Personen, sondern die Kontinuität der Kommunikation, d. h. wenn sie nicht fortgesetzt wird, endet das soziale System. Daher ist eine „saubere“ Aufarbeitung der „Corona- Pandemie“ unerlässlich.

Psychische Spaltung und Verdrängung

Dem im Weg stehen aber sehr oft die psychische Spaltung und Verdrängungsmechanismen des Menschen im Allgemeinen und der Corona-Ideologen im Besonderen. Es gäbe jetzt für die Corona-Ideologen die Möglichkeit um Entschuldigung und um Nachsicht zu bitten für ihre Rolle und Fehleinschätzungen in den letzten zwei Jahren. Wenn aber eine Situation für uns emotional schwierig wird und insbesondere für Corona-Ideologen, reduzieren wir unsere Gefühle; wir spalten sie ab. Durch Spaltungsvorgänge wird vermieden, dass emotional miteinander unvereinbare Inhalte zusammentreffen. Die Inhalte bleiben aber – anders als im Fall der Verdrängung – bewusstseinsnah…..

mehr dazu:

https://reitschuster.de/post/vergeben-verzeihen-verdraengen/

Veröffentlicht von Huxley

Handwerker, Spaziergänger, Demonstrant, Aktivist "Wir wanken und wir weichen nicht"! Unser Leben vom Kopf wieder auf die Beine zu stellen, dass ist unser Ziel!

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