Menschlichkeit!

Wider die Entmenschlichung

Von Andrea Drescher am 9. Dezember 2021

Last updated on 10. Dezember 2021

Wer irgendwann fragt, wie konnte es dazu kommen, sollte aufhören wegzuschauen. Man muss nur die Augen aufmachen, dann sind die Antworten auf diese Frage nicht mehr zu übersehen. Aufgrund eines Kommentares im Telegram-Kanal der “Polizisten für Aufklärung” und einem Gespräch mit Kurt Rohrmoser, Mitglied des Vorstandes des gleichnamigen Vereins, war es für mich ein Muss, mein persönliches Entsetzen in Worte zu fassen, um nicht daran zu ersticken.

In Pirna in Sachsen hörte man von einem Einsatzleiter der Polizei im Dienst Worte, die bei mir nur Betroffenheit hinterlassen. https://www.youtube.com/watch?v=mnoO_bjw3oo

Sie sind ein indirekter Mörder, weil Sie andere Leute anstecken!“

Sie haben jegliche Menschlichkeit verloren!“

Ein Handy-Video ging viral und zog entsprechende Reaktionen nach sich. Zumindest in der Bevölkerung. Die Polizeidirektion Dresden sieht – laut Bildzeitungdie Aussage des Beamten grundsätzlich als persönliche Meinungsäußerung an. Dahin gehend sind aktuell keine dienstrechtlichen Konsequenzen angedacht. Ärger drohe dem Beamten – ebenfalls laut Bildzeitung – nur, weil er im „Kontakt mit dem Bürger“, keinen Mund-Nasen-Schutz trug. Dies ist Pflicht für Polizisten im Einsatz.

Ohne einem Polizisten das Recht auf freie Meinungsäußerung absprechen zu wollen, ist das doch eine interessante Sichtweise. Man muss bedenken, dass es sich hier um einen Polizisten – nein, schlimmer – einen Einsatzleiter im Dienst handelt, der in eben dieser Rolle entsprechende Aufgaben und Verpflichtungen hat.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten & zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“, heißt es im Grundgesetz.

Wenn einem Demonstranten, der für seine Grundrechte eintritt, die Menschlichkeit abgesprochen wird, ist genau dieses Grundgesetz ja theoretisch nicht mehr anwendbar. Es gilt ja nur für Menschen. Wer sein Gegenüber nicht mehr als Mensch betrachtet, eröffnet Tür und Tor für beliebige Willkürmaßnahmen. Für den Demonstranten ist keinerlei Gesetz anwendbar, da er kein Mensch ist.

In vergangenen Zeiten passierte das immer wieder. Schwarzafrikanische Sklaven waren keine Menschen, Indianer in den USA waren keine Menschen. Und in jüngster Vergangenheit: Juden waren Untermenschen – also keine Menschen. Vergleichbares hat es also in der Geschichte der Menschheit bereits mehrere Male gegeben.

Immer kam als erstes die Entmenschlichung, die Feststellung, dass eine spezielle Bevölkerungsgruppe keine Menschen im herkömmlichen Sinn sind. Was dann kam, kann in allen Geschichtsbüchern nachgelesen werden:

  • Sklaverei
  • Deportierung
  • Entzug jeglicher Lebensgrundlage
  • Folter
  • Tötung
  • industrieller Massenmord

Rechtfertigungen brauchte es damals nicht. Die Täter taten, was getan werden musste, da es sich ja nicht um Menschen handelte.

Wenn derartige Sätze eines Polizeieinsatzleiters sanktionslos hingenommen werden, wohin führt es heute?

Es ist gerade die Aufgabe des Polizisten, die Menschenwürde zu schützen. Das ist eine essentielle Grundforderung, auf die unser rechtsstaatliches System aufbaut. Ist ein Polizist im Einsatz dazu nicht in der Lage, wird es hochbrisant.

mehr erfahren > https://www.frischesicht.de/wider-der-entmenschlichung/

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